Man darf SYMPHONITY allein schon wegen ihres Namens belächeln, ihnen aber sicherlich nicht wegen ihrer Musik ans Bein pinkeln. Vermutlich nicht zuletzt dank Mix und Mastering, die sich in für opulenten Orchester-Metal nach 90er-Machart klassischer Hand (Sascha Paeth und sein Kompagnon Miro) befanden, ist ihr aktuelles Album ein Fest für all jene geworden, die dem europäischen Metal jener Zeit hinterherweinen, da HAMMERFALL das True-Revival gerade erst einläuteten.
Bei allem Bombast wartet "King Of Persia" aber auch mit derber Härte auf, gefällt aber insbesondere dank durch und durch handfester Kompositionen, die wie gleich im eröffnenden Titelstück belegt gerne neun Minuten dauern dürfen, ohne aufgeblasen zu wirken. Chöre, Klassik-Motive bis zum Abwinken und Melodien, die sich Luca Turilli in seiner Jugend hätte ausdenken können (Olaf Hayer sang/singt ja bei den Solo-Geschichten des Italieners), zeichnen SYMPHONITY genauso aus wie liebevoll arrangierte Einzelheiten, angefangen bei orientalischen Flöten über Piano-Schmelz zum Feuerzeuge-Recken ('A Farewell That Wasn't Meant To Be').
Besser wurde dieser Stil seit "Symphony Of Enchanted Lands" vielleicht nie umgesetzt, ohne die Grenze des fürs landläufige Metal-Verständnis Vertretbaren zu überschreiten. "King Of Persia" ist eben kein Soundtrack zu einem Film, den es nicht gibt, und auch kein unfreiwillig albernes Hörspiel, sondern ein Album mit gehobenen bis sehr starken Songs, die jeder Freund dieser Musik schlucken dürfte wie Öl Extra Vergine. Durchfall holt man sich aber anderswo.
FAZIT: Das verantwortliche Label trifft es mit seiner Einschätzung auf den Punkt: "Für Fans von SONATA ARCTICA, STRATOVARIUS, DIONYSUS, RHAPSODY, THUNDERSTONE."
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.11.2016
Ronnie König
Herbie Langhans, Olaf Hayer
Libor Krivák
Ivo Hofmann
Martin Skaroupka
Limb / Soulfood
53:28
30.09.2016