Solokünstler Bob Wayne klapperte im Laufe seiner bisherigen Karriere alle Steckdosen kleiner Clubs und auf dem Acker von Wacken ab, was insofern beeindruckt, als rootsiger Rockabilly nicht unbedingt in jedem Ambiente funktionieren muss. Andererseits vereinnahmt der Cowboy sein Publikum nicht selten mit Coverversionen, aber nun gut - das ist für "Bad Hombre" nicht von belang, denn hierauf befinden sich ausschließlich eigene Kompositionen.
Wayne deckt eine Bandbreite von archaischem Rock 'n' Roll mit Link-Wray-Flair bis zu urtümlichem Country ('Still Truckin') ab, ohne inhaltlich Revolutionen anzuzetteln - will heißen: US-Stereotypen vom Arbeiterklasse-Mucker bis zu merkwürdigen politischen Ansichten ('Take back the USA', '80 miles from Baghdad'), Teufels-Klischees und andere einschlägige Symbole. Das passt inklusive des Covers prima zusammen, während Bobs Stimme so sympathisch klingt, dass man ihm keine unlautere Agenda unterstellen möchte.
Davon abgesehen wurde das Material auf "Bad Hombre" hervorragend arrangiert und instrumentiert. Die handwerkliche Arbeit überzeugt noch eher als das eine oder andere Lippenbekenntnis, das der Singer/Songwriter von sich gibt. In seiner Gesamtheit mutet das Album einen Tick zu handelsüblich an, um den Hauch des Abgeschmackten vollends zu umgehen.
FAZIT: Bewährte Roots-Kost aus den Vereinigten Staaten, souverän inszeniert in allen Belangen und stimmungsmäßig insgesamt eher auf der heiteren Seite.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.06.2017
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