Hier gehen ein doofer Name und eine ebensolche Ästhetik wie fast vorauszusehen mit musikalischem Einerlei einher - aber Oi! ist eben Oi! und unverbesserlich rückständig, was etwaige musikalische Progression betrifft, und von den Inhalten der Texte möchte man im Fall dieser Band gleichfalls lieber schweigen. BOOZE AND GLORY verstehen sich auf kompakte Eingängigkeit, nicht mehr und nicht weniger als Basis-Punk aus einer Zeit und Kultur, die in dieser Form eigentlich nicht mehr existieren. Was darüber hinausgeht, sollen andere richten und tun es auch.
Was dabei fast verärgert, ist der Umstand, dass die Briten ihr ohnehin begrenztes spielerisches Potenzial nicht ausnutzen, denn ein bisschen schneller wird man doch wohl schrammeln können, oder? Mit dem Label-Wechsel zu Burning Heart möchten BOOZE AND GLORY offensichtlich auf den abgefahrenen Schweinerock-Zug springen und sich etwas vom Schmutz-Chic angedeihen lassen, der vor allem skandinavische Bands auszeichnet, aber das gelingt trotz des einstweiligen Zierrates (Klavier etwas in 'For The Better Times') nicht so recht.
In ihren besten Momenten umweht die Band zumindest ein wenig vom verwegenen Ruch, der beispielsweise Mike Ness beim Musikmachen zu eigen ist (von SOCIAL D. kommt diese Glam-Coolness innerhalb der Rotzrock-Szene letzten Endes ja), aber die Kompositionen der Londoner reichen nie und nimmer an jene des Amerikaners heran, was Tiefe und Cleverness angeht.
FAZIT: Auf der vierten bzw. fünften Veröffentlichung von BOOZE AND GLORY bleibt alles beim Alten. Die Prollpunkszene feiert sich selbst, und wer zu Song gewordene Schulterklopfer mag, freut sich hier 'ne frisch polierte Glatze … oder neuerdings ein parr zurückgekämmte Strähnen, die vor Haargel triefen. Der Rest hat sowieso nicht bis hierher weitergelesen ... oder? <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/f98fa0310d5e41ecbd314beeb827d9fa" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.03.2017
Mark, Liam, Bubbles, Frank
Burning Heart / Soulfood
53:51
17.03.2017