Was BRUNHILDE, die sich als reine Spaßband aus Lust am Rock verstehen, auf ihrem Debüt zeigen, klingt selbst auf den überregional deutschsprachigen Raum beschränkt arg blass. Eingebettet in eine metallische Produktion bemüht sich die Gruppe um stilistische Abwechslung zwischen Fast-Metal und der alten Tante AC/DC, bleibt aber höchstens in der Oberliga der Genre-Bands mit Frauengesang stecken.
Dass man überhaupt darauf hinweisen muss, als bedinge das Geschlecht der Bandfront automatisch einen anderen Stil, ist schon bedenklich, aber "Behind My Mind" im Einzelnen abzufrühstücken gestaltet sich so öde wie die Musik selbst. Da stehen das wütende 'Dark defender' dem bemüht mit Breaks durchsetzten 'Dealing' gegenüber, wohingegen der Bar-Blues im Titelstück genauso müde klingt wie Chanteuse Caro in 'Laughing Demon'. Ihre Mitmusiker sind teilweise viel spritziger unterwegs, was die Dame dann zur Schwachstelle macht.
Wenn es BRUNHILDE nicht ganz so derb krachen lassen ('Goodbye'), spielt Caro ihre stimmlichen Trümpfe aus, da sie hörbar für zartere Töne geschaffen ist. Solche kann die Backingband auch prima einbetten, wirkt aber (noch) zu unentschlossen, was das angeht. Davon abgesehen, dass die Texte ein biederer Hauch umweht (darüber kann man hinwegsehen), bleiben die Kompositionen durchwachsen und einander gegenüber astringent - eine typische Ansammlung von Einfällen, bei der jemand rigoros hätte aussieben müssen.
FAZIT: BRUNHILDEs "Behind My Mind" schafft es nicht ganz übers untere Mittelmaß hinaus. Alternativ bis rootsig angehauchte Metalrock-Bands gibt es in besserer Form wie Sand am Meer, ob sie nun eine Brunhilde oder einen Siegfried am Mikrofon stehen haben.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.05.2017
Bellfire Records / Bellaphon
45:33
26.05.2017