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Löwenhertz: Echtzeit

Stil: EBM / Synth Pop

Cover: Löwenhertz: Echtzeit

"Irgendwo In Deutschland" war von seiner Aufmachung her ein Stück weit reißerisch wie geschmacklos, und der visuelle Aspekt von "Echtzeit" gestaltet sich wenig ersprießlicher, aber das enthaltene Songmaterial fällt stärker aus als jenes des Debüts von LÖWENHERTZ. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/cd3942abf4c540f78876de871238a288" width="1" height="1" alt="">

Die vorhersehbare Single 'Irgendwann' fungiert als Aufhänger für einen absolut Genre-treuen Reigen aus Liedern, deren textliche Peinlichkeiten sich im Deutschen wie Englischen weitgehend in Grenzen halten. Sa?nger Alexander Pfahler, das eine Mitglied des Duos, setzt seine anheimelnd warme Stimme, der jegliche eigene Ausstrahlung abgeht, im Geiste der David Gahan (DEPECHE MODE natürlich) und Steffen Keths (DE/VISION) dieser Welt ein, womit auch die Fanklientel des Projekts genannt wäre.

Im Laufe der Spielzeit bieten die Synth-Popper maximalen Abwechslungsreichtum im Rahmen ihrer stilistischen Möglichkeiten. Tastenmann und Komponist Andreas Scherer ist ein findiger Arrangeur und kann der generell minimalistischen Ausrichtung von LÖWENHERTZ erstaunlich viele Seiten abgewinnen. Eigenständig ist das wie angedeutet nicht im Geringsten, aber der Szenebasis wird's gefallen.

Bei den letzten zwei Stücken handelt es sich um Bonustracks, was angesichts ihrer gegenüber dem Rest nicht abfallenden Qualität verwundert. Diese Tatsache wirkt vielleicht sogar dem Eindruck von Ernsthaftigkeit entgegen, den man als Band dadurch erwecken sollte, dass man Stücke für Alben schreibt, dies sich nicht beliebig austauschen lassen. Das ist auf "Echtzeit" allerdings unleugbar der Fall.

Ob 'Wer sind wir' oder 'Winter Falls', 'Frei sein' oder 'It's Too Late - ungeachtet der unterschiedlichen Sprachen nehmen die Tracks einander nicht viel, sodass LÖWENHERTZ bei der Zielgruppe einen geschlossenen Eindruck hinterlassen, aber willkürlich anmuten und allenthalben nur den Bekehrten predigen können.

FAZIT: Handelsüblicher Synth Pop ohne innovativen Mehrwert oder absolute Hits - die Mittelklasse des Genres also.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.03.2017

Tracklist

  1. Irgendwann
  2. Unsichtbar
  3. Gib mir noch Zeit
  4. It's Too Late
  5. Halt mich
  6. Wer sind wir
  7. Frei sein
  8. Thunder
  9. Winter Falls
  10. Lights Of The Night
  11. Spiritual Healing
  12. Close Your Eyes

Besetzung

  • Sonstiges

    Andreas Scherer, Alexander Pfahler

Sonstiges

  • Label

    Echozone

  • Spieldauer

    45:56

  • Erscheinungsdatum

    17.03.2017

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