So also begegnet uns der NeoProg-Kanadier KEN BAIRD, der unter unserer Seite nicht wirklich für Begeisterungsstürme sorgte, hintenrum wieder. Diesmal als MONARCH TRAIL – und diesmal zugleich deutlich besser als bei den Aufnahmen, die bis dato unter seinem Namen liefen. Dabei sind die üblichen Verdächtigen, die den singenden Keyboarder bisher an Schlagzeug, Gitarre und Bass unterstützten wieder mit dabei. Immerhin sind seit seinem schwachen Album <a href="http://musikreviews.de/reviews/2009/Ken-Baird/Further-Out/" rel="nofollow">„Further Out“</a> zwischenzeitlich schon acht Jahre ins Land gegangen und haben progressiv sehr positive Spuren bei Baird hinterlassen, die allen Freunden von CAMEL, IQ oder PENDRAGON garantiert jede Menge Freude bereiten werden. Ausschlaggebend ist in diesem Sinne besonders der neuerdings deutlich stärkere Hang zu ausgiebigen Gitarren-Einsätzen, sodass gleich vier Gitarristen an <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OfEfiYhnxb4" rel="nofollow">„Sand“</a> beteiligt sind, die alle auf ihre Art dem Album eine besondere Note verpassen.
Vielen wird bei Bairds Umgang mit seinen Keys sicher sofort RICK WAKEMAN in den Sinn kommen, denn der ehemalige YES-Keyboarder scheint offensichtlich das Vorbild des Kanadiers zu sein, der gerne auch schon <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xrgoMTL77C8" rel="nofollow">das eine oder andere Wakeman-Medley</a> am klassischen Piano oder dessen elektrischen Geschwistern zum Besten gegeben hat. Und so steht auch das bereits zweite Album von MONARCH TRAIL, das dem von Kollegen König schon positiv aufgenommenen <a href="http://musikreviews.de/reviews/2014/Monarch-Trail/Skye/" rel="nofollow">„Skye“ (2014)</a> folgt, unter – um mal beim Cover des Albums zu bleiben – dem Stern guten, progressiven Art- und Symphonic-Rocks, das eigentlich auch mit etwas weniger Gesang ganz gut ausgekommen wäre, denn Bairds Stimme ist zwar nicht schlecht, ähnelt sogar ein wenig der des IQ-Nicholls, aber trotzdem recht unspektakulär. Vielleicht sollte beim folgenden Album der Kompromiss gesucht werden, entweder mit mehr Sängern oder weniger Baird-Gesang zu agieren.
Ein besonders schönes Beispiel für das Können von KEN BAIRD ist „Charlie‘s Kittchen“ - eine Küche für alle Prog-Feinschmecker, die auf etwas (Bar-)Jazz mit deutlichen Wakeman-Einschüben stehen, der dann recht überraschend zur symphonischen Kunstrock-Hymne wird … und eben ganz ohne Gesang auskommt!
Mt dem knapp 25minutigen „Sand“, ein kleines, dem Album seinen Namen verleihendes Epos, gibt es dann auch den im Prog so überaus beliebten und immens wichtigen Longtrack, der durch das elektronisch-kosmisch schwebende „Another Silent World“ eingeleitet wird. „Sand“ beginnt wie ein Song von MIKE BATT, der in das „Wind And Wuthering“-Feeling von GENESIS wechselt und dabei mal zwischen Pathos und Hymne hin- und herschwankt, dann kurz nach 15 Minuten den Kurs in Richtung BARCLAY JAMES HARVEST einschlägt, um sich endgültig mit elektronischem und progressivem IQ-Bombast zu verabschieden: „Reach the lifelines...“ - Botschaft verstanden beim musikalischen Wandeln auf dem Pfad des Monarchen!
FAZIT: Wenn die kanadischen MONARCH TRAIL „Sand“ durch ihre Prog-Sanduhr laufen lassen, dann kommt dabei eine entspannte Mischung aus keyboardbetontem, symphonischem Artrock und Neo- plus Retro-Prog heraus, die besonders die Fan-Fraktion von CAMEL bis IQ, aber auch der „Wind And Wuthering“-GENESIS oder PENDRAGON ansprechen wird.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.10.2017
Dino Verginella
Ken Baird
John Mamone, Kelly Kereliuk, Steve Cochrane
Ken Baird
Chris Lamont
Eigenvertrieb/Just For Kicks
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01.09.2017