Ginger von THE WILDHEARTS begeht mit dieser Vertonung von Geistesgestörtheit, wie er es selbst beschreibt, eine zweite Verlängerung im ewigen Spiel darum, möglichst viel Aufmerksamkeit zu heischen.
Die dritte MUTATION-Scheibe ist ein zu Klang gewordenes Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom unter Zuhilfenahme der Talente von Bassist Scott Lee Andrews und allerlei Prominenz, zuvorderst Devin Townsend, Phil Campbell von MOTÖRHEAD/SCORPIONS, Arthur Shepherd (PRIMITIVE WEAPONS) oder Jamie Oliver von UK SUBS.
Im Ergebnis steht ein Wust aus Industrial, Grindcore und Soundexperimenten, der allerdings das eine oder andere brauchbare Stück abwirft. Die Höhepunkte unter den elf Kompositionen (?) plus Intro heißen ‘Toxins’ (ein Ausbund an Hysterie), ‘Irritant’ (könnte auch von der letzten CATTLE DECAPITATION stammen) und ‘Victim’, das wohl über die griffigste Hookline aller Songs verfügt.
Der Rest ist zumindest gehobene Kost, die Al Jourgensen von MINISTRY heute noch gerne auf die Reihe kriegen würde. Wer insbesondere auf die erste, noch unrunde STRAPPING YOUNG LAD steht, sollte hier ein Ohr riskieren … im wahrsten Sinn des Wortes.
FAZIT: Extremer Metal mit Industrial-Versatz und entschiedenem Flair der 1990er bzw. deren Experimentierfreude mit noch optimierbarem Songwriting.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.07.2017
Undergroove / Indigo
34:33
07.07.2017