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Slomind: Metamorphoseon

Stil: Sludge / Doom Rock

Cover: Slomind: Metamorphoseon

Schon die EP "Grown Against The Grain" und das Debütalbum "Solar Plexus" waren überdurchschnittlich gute Beiträge zum Geschehen innerhalb der Stoner-Szene, weil SLOMIND einen außergewöhnlichen Biss an den Tag legten, der sich aus dezidierten Hardcore-Tendenzen ergab, ohne dass die Düsseldorfer endgültig in dieses Genre abdrifteten. Stattdessen stellte sich Sänger Pat als ausgewiesenes Individualitätsmerkmal heraus, denn seine Stimme sorgte auf Platte in gleicher Weise für denkwürdige Momente, wie er auf der Bühne die stilechte Rampensau markierte - wie der Rezensent mit eigenen Augen während der slowenischen Metal Days bezeugen durfte.

Das Quartett verfeinert seine bewährte Rezeptur weiter, indem sie ein ausgewogeneres Gleichgewicht zwischen Zuckerbrot und Peitsche herstellt. Will heißen: SLOMINDS epische, meistens wehmütig gestimmte Refrains folgen noch nahtloser auf herbere Attacken während der Strophen, aber dies geschieht genauso wenig vorhersehbar, wie die Songs nach Schema F gestrickt sind. Mit dem Standardformat A-B-A-B-C-B gibt sich die Gruppe zu keiner Zeit zufrieden. Diese verhältnismäßige Unberechenbarkeit gipfelt dann in den beiden längeren "Epen" 'You're The Wave' und 'Relentless', letzteres ein mittelschwerer Hit, den man für den "Single Cut" nicht noch einmal hätte beschneiden müssen.

SLOMIND geizen auch nicht mit Aufmerksamkeit heischenden Feinheiten wie dem nach dem Frage-Antwort-Prinzip realisierten Chorus der anderen Single 'Soulstripper', generell sehr geschmackvollen FX-Einsprengseln (Wah-Wah, etc) oder auch schon mal Frauengesang wie im sehr, sehr DOWN-lastigen 'Drag The Chain'. Gerade auch, weil die Allstars um Phil Anselmo wohl nicht mehr richtig zu Potte kommen, sind diese Deutschen eine wunderbare Ersatzdroge, gleichwohl sie sich nicht auf NoLa reduzieren lassen, Sludge-Verweise hin oder her.

Und noch einmal: Pat ist ein Killer-Frontmann und gehört mit seiner Truppe auf ganz, ganz große Bühnen.

FAZIT: Mit "Metamorphoseon" spielen sich SLOMIND ins vordere Drittel der internationalen Fudge-Sludge-Doomcore-Doomrock-whatever Szene. Ihre aktuellen Songs legen eine Vielfalt und einen Einfallsreichtum an den Tag, denen nur wenige Bands (in Germany wie anderswo) etwas entgegensetzen können. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/05a2700cd7504136b247fe79f3c78bdc" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.10.2017

Tracklist

  1. Metamorphoseon
  2. Soulstripper
  3. Drag The Chain
  4. Your're The Wave
  5. Riot
  6. Relentless
  7. Drifter
  8. Mother
  9. Soulstripper (Single Cut)
  10. Relentless (Single Cut)

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Sonic Attack / SPV

  • Spieldauer

    52:11

  • Erscheinungsdatum

    13.10.2017

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