Bei vielen Fans von PINK FLOYD werden wohl auch heute noch alle Alarmglocken läuten, wenn sie den Namen SNOWY WHITE hören. White spielte das „Animals“-Album mit ein, begleitete die Band regelmäßig als Gitarrist bei ihren Konzerten, genauso wie ROGER WATERS und RICK WRIGHT oder JIM CAPALDI, JAH WOBBLE, PETER GREEN, THIN LIZZY, NICK POTTER und Andere. Wen solche namhaften Musiker begehren und anfragen, der muss ein ganz großer Gitarrist sein – und SNOWY WHITE ist ein großartiger Gitarrist, nur … eigentlich liebt und lebt er nicht den progressiven oder krautigen Rock, sondern den Blues. Den zelebriert er dann ausgiebig mit seinen musikalischen Begleitern WHITE FLAMES.
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=3pCC_PfvRdQ" rel="nofollow">„Reunited...“</a> - der Albumtitel verrät uns bereits, dass längere Zeit Funkstille zwischen SNOWY WHITE, der sich hauptsächlich solistisch verwirklichte, und den WHITE FLAMES herrschte. Genau genommen sechs Jahre seit dem letzten gemeinsamen Album „Realistic“.
Nun sind sie (endlich) wieder zusammen und hauen erneut ein wirklich gelungenes Album raus, denn wer einmal auf so hohem Niveau zusammen Musik gemacht und den „Bird Of Paradise“ hat fliegen lassen, der wird nichts verlernen.
Die elf Songs auf „Reunited...“ werden jeden Blues-Rock-, aber auch Americana- oder Folk-Freund und natürlich die progressiven Freigeister aller Couleur, die des Öfteren die „Gilmour-Gitarre“ zu hören glauben, begeistern.
Besonders wenn es zum großen Finale des Albums, dem abschließenden Longtrack „Time To Start Living“ kommt, nachdem zuvor mit dem Opener <a href="https://www.youtube.com/watch?v=O7Goepk1kQs" rel="nofollow">„Have I Got Blues For You“</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=P7RMLIBaif0" rel="nofollow">„Headful Of Blues“</a> von SNOWY WHITE seine heiß geliebte, urige Blues-Seite ausgelebt wurde. Aber auch nachdenkliche Balladen, wie „Where Will You Belong“ und „In California“, sowie deutlich rockigere Nummern mit weniger Blues-Anteil, wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jmFFYGcsZC8" rel="nofollow">„‘Nuff Said“</a>, oder die drei Instrumentals „Restful“, „Long Time No C.“ und „Emptyhanded“, welche Weltmusikalisches, Souliges, Bluesiges und Progressives in einen Topf werfen, werden leidenschaftlich zum Besten gegeben.
Unüberhörbar ist bei den Aufnahmen von „Reunited...“ zugleich, warum PINK FLOYD oder ganz besonders ROGER WATERS live so sehr auf SNOWY WHITE schwören, da es immer wieder Gitarren-Momente von allerhöchster David-Gilmour-Qualität gibt, egal ob die Stücke nun auf Blues oder Balladen basieren. Ähnliches gilt diesbezüglich auch für die Peter-Green-Momente, welche man mindestens genauso oft heraushört.
Mit dem 12 Minuten langen Stück „Time To Start Living“, das zugleich wohl auch eine Art SNOWY WHITE-(Über-)Lebensprogramm darstellt, endet das musikalisch und soundtechnisch sehr gelungene 2017er-Album "Reunited..." von SNOWY WHITE AND THE WHITE FLAMES: „There‘s a time to start living / and a time to die, and in-between we just try to get by.“
Braucht‘s da noch ein FAZIT?
Nein, außer: „Whatever we do, whatever we say, / sometime along the way, it will be time for the blues...“
Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.11.2017
Kuma Harada, Walter Latupeirissa, Snowy White
Snowy White
Snowy White
Max Middleton
Richard Bailey, Jitse Tilman, Juan van Emmerloot
Snowy White/Soulfood Music
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06.10.2017