Emo bzw. ein klein wenig Screamo, ansonsten geht in puncto Rock so ziemlich alles bei SORORITY NOISE, also hat sich stilistisch auf ihrem dritten Album kaum etwas geändert. Geblieben ist packende Musik, verbessert wurde das Songwriting, und Klischees wird man auf "You're Not As ___ As You Think" zu keiner Sekunde hören.
Deshalb vielleicht auch der auf Unverbindlichkeit verweisende Titel der Scheibe: Die Combo aus Connecticut steht spätestens jetzt als eigene Marke da, losgelöst von etwaigen Szenedünkeln, mit denen sich andere aufhalten mögen. Cameron Boucher - ein Frontmann mit hohem Identifikationspotenzial - und seine drei Mitstreiter befassen sich lieber damit, worauf es über Genregrenzen hinaus ankommt - dem Song als solchem.
Dieser gestaltet sich bei SORORITY NOISE typischerweise hochemotional und dennoch glaubwürdig, bleibt also völlig ohne Schwulst. Schon bei der hymnischen Einleitung 'No Halo' bekommt man einen dicken Klos in den Hals, was sich später nach dem gleichen Prinzip im etwas aumunternderen 'Disappeared' fortsetzt. Dem gegenüber steht der unverhohlene Slacker-Pop von 'A Better Sun' und 'Leave The Fan On', wohingegen die zarte Post-Rock-Ballade 'First Letter From St. Jean' mit dem teilweise kräftig zulangenden 'Second Letter From St. Julien' ein fulminantes Pendant unter nahezu umgekehrten Vorzeichen besitzt.
So bleibt "You're Not As ___ As You Think" vom ersten Moment an bis zum Schluss - das verrauschte 'New Room' am Ende mutet lediglich wie ein Outtake an - eine spannende Angelegenheit
FAZIT: Die kurzen Stücke auf SORORITY NOISES aktuellem Album verdeutlichen den Status quo der amerikanischen Ausnahmeband - große Gefühle, ein Meer aus Hallfahnen und zeitlose Kompositionen. So bewirbt man sich als Anwärter für die hohe riege des Classic Rock der Zukunft. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/2674438aa2354636885897dd4d9e70de" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.04.2017
Big Scary Monsters / Alive
30:43
07.04.2017