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Spook The Horses: People Used To Live Here

Stil: Post Rock

Cover: Spook The Horses: People Used To Live Here

Diese Neuseeländer sind dahingehend Experimentalisten, dass sie dieser Ideen dorthin nachspüren und jene dorthin verfolgen, meistens ohne an ein wie auch immer geartetes Ziel zu denken. Der stilstische Bereich, in dem sie sich bewegen, ist dementsprechend nur vage einzugrenzen; Post Rock, diese Bezeichnung trifft es mal wieder am besten, auch wenn sie im Grunde alles und nichts aussagt.

Die sechs Mitglieder von SPOOK THE HORSES interagieren wenn nicht lässig, so doch auf jedem Fall im übertragenden Sinn zurückgelehnt, indem sie einander viele Freiräume lassen, womit sie einem klassischen Jazztrio ganz und gar nicht unähnlich sind. Wer sich bedachtsam hochschaukelnde Longtracks erwartet, wird auf "People Used To Live Here" enttäuscht, denn derbe Härtegrade erreicht die bis auf 'Blessed Veins' (siebeneinhalb Minuten) durchschnittliche langen Stücke nicht. Ein Cello und allenthalben leicht verzerrte Gitarren umspielen einander, wozu selten melodisch gesungen wird.

Durch die Performance des Drummers und Bassisten - nicht zu vergessen dank einer unbeschwert "atmenden" Produktion - gestalten sich die nicht einmal 40 Minuten dieses ersten richtigen Albums der Gruppe auf breiter Ebene überdurchschnittlich dynamisch. Wie gesagt: SPOOK THE HORSES wirken unfokussiert, obgleich sie am Ende doch immer irgendwie in einen Hafen einlaufen, egal welcher es sein mag.

Auf seinen Titel bezogen ist "People Used To Live Here" ein nahezu wortlos aussagekräftiges Werk. Man kann sich Szenen aus einer nach einer Atomkatastrophe lebensleeren Region vorstellen, während diese Musik läuft; der Mensch ist fort, zurück bleiben nur Spuren von ihm und die natürliche Umgebung, die sich nach und nach zurückholt, was von Anfang an ihr gehört hat und immer gehören wird.

Das ist ein zunächst gruseliger, dann tröstender Gedanke, geisterhaft und hoffnungsfroh zugleich - genauso wie diese Band.

FAZIT: SPOOK THE HORSES sind eine außergewöhnliche Post-Rock-Band, falls diese Einordnung nicht zu kurz gegriffen für sie ist, und gewiss nichts für jedermann. Ihre Kompositionen folgen keiner vordergründig erkennbaren Linie und wirken dennoch ungemein logisch, wie ein Soundtrack zur Endzeit mit einem Licht am Ende des Tunnels. Zeit in diese Musik zu investieren lohnt unbedingt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.11.2017

Tracklist

  1. Lurch
  2. Crude Shrines
  3. Blessed Veins
  4. Made Shapeless
  5. Near Then, Far Now
  6. Herald
  7. We All Know Your Name
  8. Following Trails

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Pelagic / Cargo

  • Spieldauer

    39:15

  • Erscheinungsdatum

    10.11.2017

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