Stanislaw S?owi?ski hat einen Lauf. Obwohl der Pole gerade erst eine EP und 2016 das orchestrale Projektalbum "Zielnik-Polski" veröffentlicht hat, steht er mit einem weiteren Longplayer in den Startlöchern, auf dem er einmal mehr seinen Schwerpunkt verschiebt. Dem Schaffensprozess zu diesem Werk soll eine turbulente Lebensphase vorausgegangen sein, was man "Visions - Between Love And Death" nicht zwangsläufig anhört. Das Ensemble scheint vielmehr in sich zu ruhen.
"Visions" markiert den nächsten Schritt des Künstlers auf dem Weg zu seiner eigenen musikalischen Sprache, die er stets, wenn er etwas veröffentlicht, mithilfe neuer Impulse und Lebenserfahrungen zu finden sucht, wie es den Anschein hat; gleichwohl man immer erkennt, wer der Urheber ist, schöpft der Mann hörbar von einer reichhaltigen Stil- bzw. Klangpalette.
Der Geiger flicht gemeinsam mit prominenten Vertreter der polnischen Jazzszene feine Klanggespinste, die trotz der Tatsache, dass sie mehr oder weniger aus dem Stegreif entstanden sind, erstaunlich reißfest sind. Wenn diese Veröffentlichung also neben der scheinbar unerschöpflichen Kreativität ihres Namengebers noch etwas beweist, dann dass das verantwortliche Label Hevhetia europaweit mittlerweile die Nase vorn hat, wenn es um innovative, aber die Tradition respektierende Musik geht.e
FAZIT: Improvisierte Musik, begriffen als im Moment erfolgender Austausch von Emotionen und musikalischen Gedanken mit Gleichgesinnten, auf dass der Rest der Welt die Gefühlslage mitvollziehen kann.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.12.2017
Hevhetia
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01.12.2017