Braucht man den zigsten halbgaren Ami-Rock-Aufguss generell unbedingt oder sogar ausgerechnet aus Italien? Nein, zumindest nicht bei uns, wo STARSICK SYSTEM niemanden so richtig überzeugt haben.
Und das sagt jemand, der durchaus etwas mit STONE SOUR oder ALTER BRIDGE als zwei der besseren Vertreter dieser Zunft anfangen kann. Diese Azzurri allerdings bleiben nicht nur gesichtslos, sondern setzen die Vorgaben mit deutlich weniger spielerischer und kompositorischer Klasse um, ohne dass etwas hängenbleibt.
Das treibende 'Sinner' oder die Halbballade 'The promise' mit ihrem hintergründigen Bass-Pluckern sind Paradebeispiele für "Alternative", wie er gesichtsloser und pathetischer nicht sein könnte, doch als wäre das nicht schon schlimm genug, ergeht sich Gitarrist und Sänger Marco Sandron einstweilen in Brüllaffen-Gehabe, falls er nicht gerade ätherische Strophen haucht, die sich langsam hochschrauben, ehe die Refrains in den Brennpunkt rücken (beste Beispiele: 'I am the hurricane' und 'Perfect Lie').
Man könnte urteilen, die Chose sei zum Abgewöhnen, doch dafür wurde sie wiederum zu solide inszeniert. Ob typischer Durchschnitt darum eher eine Daseinsberechtigung hat, steht aber zu bezweifeln.
FAZIT: Ins eine Ohr hinein, aus dem anderen raus, und schon vergessen. Nennt STARSICK SYSTEM Neo Grunge, Nu Rock, Alternative oder Yankee-Mucke, die nicht aus dem Staaten kommt. In keinem Fall wird sie dem gerecht, was man landläufig jeweils mit diesen Schlagwörtern verbindet.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.06.2017
Pride & Joy / Comeback Media
49:32
02.06.2017