STATUS QUO und kein Ende – die zweite (Deluxe Version)!
Zeitgleich mit „In Blue“ und „Never Too Late“ im Mai als Luxus-Ausgabe wurde auch sie im dreifaltigen Digipak veröffentlicht und enthält neben der remasterten Ausgabe des Originalalbums eine Bonus-CD mit Single-B-Seiten und Demoaufnahmen.
„Just Supposin‘...“ gilt aus heutiger Sicht als eins der besten Quo-Alben. Als es 1980 erschien, erreichte es in den britischen Album-Charts nicht ganz die Top 3, setzte sich aber auf dem 4. Platz fest. Dazu trugen besonders die beiden sehr erfolgreichen Singles <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bwNlGt8tTp0" rel="nofollow">„What You‘re Proposing“</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0OZ3wQKgK4k" rel="nofollow">„Rock ‚N‘ Roll“</a> bei.
Das alles ist Geschichte und für den Käufer der 2107er-Deluxe-Variante ist natürlich, neben der von den Original-Bändern remasterten Studio-CD, besonders die Bonus-CD interessant. Auf ihr befinden sich die Single-B-Seiten und bisher unveröffentlichte Konzertaufnahmen aus dem Jahr 1981. Hierbei handelt es sich um den Auftritt vom 25. März 1981 in Le Mans, der leider, ähnlich wie die Live-Aufnahmen der anderen Deluxe-Ausgaben an der mittelmäßigen Sound-Qualität krankt, die nicht über Bootleg-Niveau hinausgehen.
Noch unangenehmer aber ist die Tatsache, dass diese Bonus-CD, wegen der „Just‘ Supposin‘...“ zur „Deluxe Version“ wurde, sich als echte Mogelpackung erweist. Gerade mal gut 25 Minuten läuft der Bonus-Teil, womit er mehr als locker auf eine CD gepasst hätte. Dass die Konzertaufnahmen allerdings bisher unveröffentlicht sind, wird jeden Quo-Hardcore-Fan natürlich fast zwingend zum Kauf animieren.
FAZIT: Eine ärgerliche Deluxe-Version von STATUS QUOs „Just Supposin‘...“, die mehr nach Geldschneiderei riecht als nach Wahrung der musikalischen Band-Historie. 65 Minuten Laufzeit für eine Doppel-CD, der eine Bonus-CD mit gerade mal 25 Minuten Boni beigefügt wurde, von der die bisher unveröffentlichten Konzertaufnahmen auch noch in recht schlechter Bootleg-Qualität sind.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.06.2017
Alan Lancaster
Francis Rossi, Rick Parfitt
Francis Rossi, Rick Parfitt
Andy Bown
John Coghlan
Mercury Records/Universal
67:15
26.05.2017