Wir haben den Slowenen schon für ihr Debütalbum, das sich in erster Linie durch seinen Bandwurmtitel hervortat, mangelnde Originalität bescheinigen müssen, was sich in Bezug auf den Nachfolger wiederholen wird. In gleicher Weise gilt auch weiterhin, dass STRAY TRAIN hervorragend spielen und ihr Herz sicherlich am rechten Fleck haben, sich aber wirklich durch null Alleinstellungsmerkmale hervortun.
Dementsprechend wirken ihre Songs mehrheitlich wie musikalische Formschinken, die nach Schema x oder y gepresst worden sind. Hat man ein, zwei Stücke gehört, kennt man "II - Blues From The Hell" im Grunde genommen bereits komplett. Die einen nennen das aus der Zeit gefallen und loben den wurzeltreuen Vintage-Charakter des Ganzen, die anderen greifen lieber zu den Originalen.
Zu den aktuellen Stücken finden auch weniger Blues-affine Rocker schneller Zugang, weil die "blaue" Komponente des Sounds von STRAY TRAIN ein klein wenig in den Hintergrund gerückt ist. Aus diesem Grund müssen sich die Osteuropäer aber mit einer Unzahl klassischer Hardrock-Bands vergleichen lassen und gehen nicht unbedingt als Rädelsführer aus dieser oder jener Gegenüberstellung hervor.
Unangenehm übrigens auch weiterhin: Frontmann Luka Lamuts bemüht auf kernig gebürstete Stimme. Ljubljana befindet sich aber eben nicht in den US-Südstaaten.
FAZIT: STRAY TRAIN haben den Rock ein wenig weiter in den Vordergrund ihres null originellen Stils gestellt, bleiben aber weiterhin eine gesichtslose Bluesband der härteren Gangart. Ihre Songs befriedigen alle Erwartungen, die der beinharte Genre-Fan an "seine" Musik stellt, mehr aber auch nicht.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.12.2017
SAOL / H'Art
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01.12.2017