Was diese Schweden als Mischung aus ihren Landsleuten CULT OF LUNA und SIGUR RÓS bezeichnen, klingt recht originell und ist definitiv Musik für spezielle Gemüter bzw. nicht alltägliche Lebensmomente. Der Name klingt nach Hass-Mucke, doch abgesehen von Post Hardcore findet man wenig aus der aggressiven Soundkiste.
Über praktisch jedem Ton, den SUFFOCATE FOR FUCKS SAKE spielen, und jedem Brüller aus den Stimmritzen des Frontmanns schweben sozusagen die übermächtigen Genre-Pioniere aus der Heimat der Formation - die legendären Breach, die diesen Sound in Europa mehr oder wenige rim Alleingang kultiviert haben.
Vielmehr erfreuen sich SUFFOCATE FOR FUCKS SAKE am psychedelischen Doomen und Dröhnen, denn selbst das etwas schroffere 'Through The Gate' enthält entrückte Tupfer aus arco gespielten Cellos und in hohen Registern verorteten Klavierakkorden. Die mitunter erweiterte Instrumentierung dickt die dichte Klangkulisse zusätzlich an. Das Ensemble beherrscht in dieser Konstellation sowohl klassisches Post-Rock Flirren wie jenes von 'Sentence' als auch treibenden Schrei-Hardcore wie (phasenweise) 'Carnage'.
Eine verträumte wie traumhafte weibliche Stimme (zeitgeistigen Gruft-Chanteusen wie Chelsea Wolfe lassen grüßen) steht dabei verzweifeltem männlichen Geschrei gegenüber, was sich jedoch weit abseits jeglicher "Die Schöne und das Biest"-Stereotypen abspielt. Reine Ambient-Parts, wie sie vor allem '33 Years Ago' und das zehnminütige Finale 'Are You Happy With Your Life?' veranschlagen, ziehen die Chose insgesamt ein wenig herunter, aber trotzdem …
FAZIT: … darf man SUFFOCATE FOR FUCKS SAKE bescheinigen, mit "In My Blood" ein eigenwilliges wie spannendes Album herausgebracht zu haben, das sich Freunde experimenteller Gitarrenmusik aus allen Genres mit Post-Präfix probeweise zu Gemüte führen sollten. <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/43b8dc30120349a0b0c0f9f59615d661" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.06.2017
Moment Of Collapse / Broken Silence
57:47
09.06.2017