Dass es tatsächlich nichts gibt, das es nicht gibt, beweisen die Norweger SUGARFOOT auf ihrem vierten Album „The Santa Ana“: genau richtig angestaubter Americana aus dem europäischen Norden, wie er authentischer kaum sein könnte.
Fällt der Start ins Album („The Nightingale“) noch verhalten-poppig aus, nehmen die Country-Anteile in der Folge deutlich zu und erreichen im „Repossessed Blues“ und dem zügigeren „Coastal Postcard“ ihren durchaus tanzbaren Höhepunkt – SUGARFOOT können auch schmutzig. Die Zutaten sind nicht neu, die hier angemischt werden – wie unmittelbar die Trondheimer (!) das Straßenfeeling aus der Anlage rüberbringen, ist trotzdem aller Ehren wert.
Die straighte stilistische Ausrichtung bringt fast unweigerlich mit sich, dass das Album mit einer beachtlichen Spielzeit von über einer Stunde nicht ganz ohne Längen auskommt und beizeiten recht leicht ausrechenbar wird. Angesichts der Tatsache, dass die Musik vermutlich größtenteils zur Untermalung vorbeiziehender Landschaften gehört werden wird, ist das Fehlen größerer Experimente aber geschenkt – zumindest soundtechnisch finden sich auch (wie im späten „A Cog in your Wheel“) immer mal wieder abwechslungsreiche Elemente, die zum genauen Hinhören auffordern.
FAZIT: Obwohl in einer einzigen Studiowoche eingetütet, wirkt „The Santa Ana“ alles andere als mit heißer Nadel gestrickt. Vielmehr bieten SUGARFOOT eine stimmige Mischung aus Folk, psychedelischem Pop und leichtem Wüsteneinschlag, der als Soundtrack für Roadtrips fast schon klischeehaft passend ist.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.11.2017
Stickman
66:25
26.05.2017