Gitarren, die nach brodelnder Ursuppe klingen, so tief gestimmt, dass die Boxen beginnen, sich vibrierend und wie von selbst durchs Zimmer zu bewegen.... Oder ist dieser Eindruck nur der dichten Wand aus schwer-würzigem Rauch geschuldet, der aus drei österreichischen Kehlen dringt wie aus intergalaktischen Fabrikschloten...?
Nach einer vielbeachteten EP haben SWANMAY nun also ihr Debüt-Album am Start, welches Genre das Trio bedient, dürfte sich beim Studium des Titels, des Releasedatums und des liebreizenden Covers von selbst erklären.
Wobei - nicht ganz. Denn SWANMAY spielen nicht einfach den selben alten Stiefel, Größe 42,0, herunter, sondern bereichern ihre Version des Stoner Rock mit einer massiven Prise Doom Metal und einer Grunge-haften, melancholischen Coolness.
Letztere drückt sich mitunter im lässig-kraftvollen Gesang von Gitarrist Patrick aus.
So sind auch diejenigen Songs die denkwürdigeren, die sich monolithisch aus den Lautsprechern wälzen und diese gewisse Düsternis versprühen: Der großartige Opener "Sylvan", "Lake On Fire", "Dharma", das deutliche Züge von QOTSAs "Tangled Up In Plaid" trägt, und das abschließende, ausladende "Shiva", zeigen eine Band, die bis zu einem gewissen Grad ihren eigenen Sound gefunden hat, während man sich andernorts noch zu sehr an gängige Genrenormen hält.
Mein Favorit ist jedoch "Padawan": Was dieser Song in relativ kurzer Zeit an Explosivität, Angriffslust, Eingängigkeit und zugleich Abwechslung bereithält, stellt viele Momente des Albums in den Schatten.
FAZIT: SWANMAY zeigen sich als vielversprechende Band, die ihre fette, dunkel schimmernde Homegrow-Version des Stoner Rock weitgehend vom Schema F fernhält und somit ein nicht immer begeisterndes, aber durchweg liebenswertes Album kreiert.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.08.2017
Chri Zao
Patrick Alvaro
Patrick Alvaro
Rob Hanus
Indiependent Audio Management
39:57
20.04.2017