Zurück

Reviews

Sweeping Death: Astoria

Stil: Thrash Metal

Cover: Sweeping Death: Astoria

Die große Retro-Thrashwelle ist seit einiger Zeit abgeflaut und die wirklichen Hingucker der letzten Zeit stammten von alteingesessenen Bands wie KREATOR oder OVERKILL. Dass das Genre aber auch immer wieder neue, interessante Bands hervorbringt, zeigt das Debut des bayrischen Quintetts SWEEPING DEATH.

Schon am Anfang des Albums „Astoria“ wird klar, dass die phonetische Nähe des Bandnamens zum METALLICA-Song „Creeping Death“ wohl kein Zufall und der US Speed und Thrash Metal ein wichtiger Einfluss auf die Musik von Sweeping Death ist. Dabei verlassen sie sich aber nicht auf bekannte Thrash-Schemata, sondern sind sehr eigenständig unterwegs. Das gilt sowohl für eher groovigere Momente – gerade bei den Refrains - die etwas modernere Einflüsse erkennen lassen, insbesondere aber auch für die filigranen Instrumentalpassagen. So dominieren im Song „Pioneers Of Time“ IRON MAIDEN-artige Gitarren. Diese Reminiszenzen an den klassischen Heavy Metal finden sich auch im Gesang, bei dem ELIAS WITZIGMANN immer wieder mit spitzen, markanten Screams für Abwechslung sorgt.

Vergleiche sind wegen dieser Stilmischung gar nicht so leicht auszumachen. Umreißen lässt sich die Musik von SWEEPING DEATH vielleicht mit Verweisen auf etwas harmonischeren Thrash wie MEGADETH und ANNIHILATOR sowie die eher technische Herangehensweise, wie sie TOXIK oder auch ANACRUSIS pflegen. Auf WATCHTOWER zu verweisen, wäre unfair und etwas zu hoch gegriffen: Deren Wahnwitz und technische Brillanz erreicht wohl kaum eine andere Band.

Angereichert mit den Klängen aus dem klassischen Heavy Metal und groovigen Abschnitten ergibt sich so ein interessanter Stilmix. Etwas seltsam wirkt jedoch das überkandidelte Rumhantieren mit ganz großen Namen im Promotext, wo von „episch-atmosphärischen Anleihen bei PINK FLOYD“ und „Einflüssen aus der Welt der Klassik“ die Rede ist, beim Hörer davon aber kaum etwas ankommt. Zusammen mit dem eklektischen und philosophisch angehaucht wirkenden Cover könnte so etwas von weniger wohlgesonnenen Kritikern auch als Blasiertheit ausgelegt werden. An dieser Stelle möchten wir das aber lieber als Zeichen des Ehrgeizes der jungen Band verstehen und werden ihren weiteren Weg mit Interesse verfolgen.

FAZIT: Sweeping Death zeigen, dass es auch 2017 im Thrash Metal noch frische Ideen gibt. Auf ihrem Debut distanziert sich die Band vom vorherrschenden Epigonentum und macht mit "Astoria" einen vielversprechenden Schritt in ihrer noch jungen Karriere.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.03.2017

Tracklist

  1. My Insanity
  2. Pioneer of Time
  3. Astoria
  4. Devil’s Dance
  5. Death & Legacy
  6. Till Death Do Us Part

Besetzung

  • Bass

    Andreas Bertl

  • Gesang

    Elias Witzigmann, Simon Bertl

  • Gitarre

    Simon Bertl, Markus Heilmeier

  • Keys

    Tobias Kasper

  • Schlagzeug

    Tobias Kasper

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    31:22

  • Erscheinungsdatum

    19.01.2017

© Musikreviews.de