Dafür, dass "The Arrow of Satan Is Drawn" in drei verschiedenen Studios aus der Taufe gehoben wurde, klingt das fünfte BLOODBATH-Album nicht weniger stringent als sein zeitlos gewordener Vorgänger "Grand Morbid Funeral". Stilistisch nehmen die neuen Nummern den alten natürlich nichts, und ob die Qualität des Gebotenen dem bisherigen Standard der Death-Metal-Supergroup gerecht wird, darüber mögen sich Erbsenzähler streiten.
Fest steht, dass BLOODBATH vielleicht nie so unironisch waren wie 2018. Ihre Hommage an den stilprägenden Sound, der ab Beginn der 1990er aus Skandinavien und insbesondere Schweden dröhnte, hat angesichts der prekären aktuellen Weltlage unverhofft an Ernst hinzugewonnen. Der comicartige Charakter des Projekts aus dem Katatonia-Dunstkreis mit Paradise Losts Nick Holmes an der Spitze hat im Zuge desssen aber nichts von seinem hohen Unterhaltungswert verloren, und keine Frage: Man darf getrost über die bittere Kritik hinwegsehen, die der Frontmann in seinen Texten übt … falls man sie überhaupt wahrnimmt, denn wenn es eine Konstante im Schaffen der Gruppe gibt, dann ist es Klischeereiterei mit Stil.
Was sie wie beiläufig in ihrer Freizeit zu Werke zu bringen scheint, hat ohnehin von vornherein mehr Tiefgang als das Gros anderer, oft jüngerer Nachahmer, die sich noch dazu als originell verkaufen. Angesichts all der Volltreffer, zu denen neuerdings auch Crafts Joakim Karlsson in die Saiten langt, fällt des weiteren gar nicht auf, dass in ‚Bloodicide‘ die Schreihälse von Carcass, Memoriam und Cancer mitwirken. Der Vorwurf der Effekthascherei ist also endgültig unhaltbar. Only death is real - die alte Celtic-Frost-Binsenweisheit ließ sich selten treffsicherer auf eine andere Band und Platte münzen.
FAZIT: Auf „The Arrow Of Satan Is Drawn“ hat die Realität BLOODBATH eingeholt. Freilich huldigt die Band immer noch unverblümt dem klassischen Schwedentod, doch ihr fünftes Album klingt beispiellos schwarz. In puncto Dödsmetall der alten Schule dürfte in diesem Jahr niemand dieser britisch-schwedischen Zusammenrottung das Wasser reichen. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/c7e6fe74fbb44da99bf947e20e8a5273" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.11.2018
Peaceville / Edel
41:29
09.11.2018