MYDY RABYCAD sind eine junge tschechische Band, die sich dem Genre Electro-Swing verschrieben haben. Electro-Swing ist genau das, was der Name ausdrückt. „M.Y.D.Y.“ ist das dritte Album der Prager, nachdem „Let Your Body Move“ und „Glamtronic“ ihnen eine weltweite Fanbase mit Zentren in ihrer Heimat und – erstaunlicherweise – in Südkorea verschafft haben.
Auf „M.Y.D.Y.“ nun schraubt die Band um Frontfrau Žofie Da?bujánová den Swing-Anteil zugunsten eines mehr an Dance und Electropop orientierten Sounds herunter. Was als Mittel gegen Stagnation natürlich nachvollziehbar ist, erschließt sich vom Standpunkt eines Hörers, der die ersten beiden Alben der Truppe nur oberflächlich kennt, nicht wirklich.
Zwar ist das Album durchgehend genießbar, was vom potenten Sound und den (neon-)farbenprächtigen Melodien herrührt, die MYDY RABYBAD über eher gemächlich strudelnden Beat/Bassline-Flussbett ihrer Songs aufspannen. Manchmal klingt das eher retro im Sinne von Retrowave als im Sinne von Wiederaufgreifen der 20er Jahre.
Dabei sind es tatsächlich diejenigen Stücke, die letzteres Merkmal aufweisen, die das Album wirklich verkaufen. „Sensation“ klingt herrlich leicht und unbedarft, „Yellow“ mit Klaviersample präsentiert sich pantherhaft schleichend und nachhaltig im Kopf haftend. Und dann ist da natürlich noch der „Übersong“ des Albums, der die Essenz von MYDY RABYCAD zum Ausdruck bringt: „Just Dance“. Nonchalant, mit den charakteristischen Tönen von Kontrabass und Saxophon aufgehübscht, unglaublich eingängig, wie gemacht für die Tanzfläche, das Radio – oder einen Werbefilm.
Nur schade, dass die Band diese Qualität nicht auf Albumlänge liefern kann. Stücke wie „Rise Up“ oder „The Beast“ sind zwar ordentlich umgesetzt, klingen aber weder aktuell, noch retro, sondern – einfach schal.
FAZIT: Ein farbenfrohes, gut ausgeführtes Album in Sachen Dance, Electro-Pop/-Swing. Leider machen MYDY RABYCAD den Eindruck, etwas in der Luft zu hängen auf der Suche nach einer Identität zwischen <i>now and then</i>.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.06.2018
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02.02.2018