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Statues: Adult Lobotomy

Stil: Post Punk / Alternative

Cover: Statues: Adult Lobotomy

Angesichts der Vorschusslorbeeren, mit denen sich diese Debütanten bei der Veröffentlichung ihrer ersten Kompositionen schmücken dürfen, ist wie in jedem solcher und ähnlicher Fälle Skepsis angesagt … doch tatsächlich: STATUES lassen die schöne, verloren geglaubte Tradition diverser Indie-Punk-Größen wiederaufleben, die bis heute nur von einer verhältnismäßig kleinen Minderheit geschätzt und in bester Erinnerung bewahrt wird.

Tacheles: STATUES machen gar keinen Hehl daraus, wer ihre Vorbilder sind, wahrscheinlich im Besonderen Bob Mould mit Hüsker Dü und - mehr noch - seiner Soloband Sugar. „Adult Lobotomy“, dessentwegen sich Gorilla-Biscuits-Chef Walter Schreifels übrigens gerade nicht mehr einkriegt, klingt manchmal wie eine Reihe (verdammt guter!) Outtakes der Sugar-Großtaten "Cooper Blue" und "Beaster", auch wenn von einer bloßen Kopie keine Rede sein kann.

Geradezu erzkonservative Rock-Hooks paaren sich mit politisch ambitionierten Texten zu einer auf den ersten Blick unaufdringlichen Mischung, mit der STATUES anscheinend kein Wässerchen trüben möchten. Die Wirklichkeit ist jedoch eine andere: Die Gruppe würde den Mainstream, so sie darin stattfände, auf hintersinnige Weise unterwandern, wohingegen sie so als Underground-Act zwar nur ohnehin schon "Bekehrte" für sich einnimmt, doch das verringert die Leistung, die sie mit diesen Liedern erbringen, nicht im Mindesten.

Man höre sich vor diesem Hintergrund etwa den schroffen Pop von 'Dark Places' oder 'Authoritarian Roots' an und widerspreche der Einschätzung, dass sich Massentauglichkeit und Sendungsbewusstsein auch im Jahr X nach Rage Against The Machine miteinander vereinbaren lassen. Wenn dann u.a. in 'Great Collapse' und dem Finale 'Unnamed Drifter' eine gewisse Wipers-Epik hinzukommt, haben STATUES endgültig alle Sympathien für sich gewonnen.

FAZIT: STATUES ist mit "Adult Lobotomy" ein ausgezeichneter Start im Kielwasser der genannten Acts gelungen. Post Punk ist schon länger wieder salonfähig, aber selten inhaltlich so profund und dennoch mehrheitsfähig wie bei dieser Band und auf diesem Album.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.11.2018

Tracklist

  1. Dark Places
  2. Sunken City Here We Come
  3. Tremors In The North
  4. Great Collapse
  5. The Bastards
  6. Cranium
  7. Authoritarian Roots
  8. Unnamed Drifter

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Crazy Sane

  • Spieldauer

    37:35

  • Erscheinungsdatum

    23.11.2018

© Musikreviews.de