Patrice Vigier ist ein renommierter französischer Gitarrenbauer, geht aber erst jetzt mit dem ersten Album seiner Band SUMMER STORM am Start, die sich ausschließlich an altehrwürdigen Vorbildern im klassischen Hardrock-Bereich orientiert.
Die Mitglieder außer Patrice spielten oder spielen außerdem bei der nationalen Metal-Legende Satan Jokers (eine Zeitlang nicht ganz zu Unrecht als französische Judas Priest bekannt), wobei sich Bassist Pascal Mulot, auf dessen virtuose Dienste schon Kaliber wie die Steves Vai und Lukather zurückgegriffen haben, als unverhoffte Antriebskraft erweist.
Das Quartett setzt jedoch vorwiegend auf Midtempo-Tracks und gibt sich mit einem Hauptaugenmerk auf Groove bzw. Melodie ziemlich lässig, legt also keine ausgesprochen hohen Ambitionen an den Tag, musikalischen Leistungssport zu betreiben. Kurz nach dem Intro, das so unnötig ist wie später die 'Extroduction' vor dem offensichtlich als Bonustrack verstandenen, aber weder qualitativ noch stilistisch aus der Art schlagenden Instrumental 'Free Days', ziehen SUMMER STORM mit den energischen ersten drei Tracks - insbesondere 'Little By Little' - Sympathien auf ihre Seite.
Die Freude an "First" bleibt allerdings leider nur kurz, denn das Prinzip, nach dem die Band verfährt, ist ebenso leicht durchschaubar wie der weitere kompositorische Gehalt eher dürftig. Renaud Hantson singt mit charmantem Akzent, falls er nicht, was gleichwohl nur zeilenweise vorkommt, seine Muttersprache bemüht, und verleiht dem ein bisschen obsolet anmutenden Ganzen einen biederen Charakter.
Diesen können SUMMER STORM letzten Endes trotz solider Darbietung, Komposition und klanglichen Inszenierung letzten Endes nicht völlig ablegen, sodass "First" dezent nach Provinz mieft, so gut sich seine schöpfer prinzipiell auf der internationalen Rockbühne auch behaupten könnten.
FAZIT: Durchschnittlicher Hardrock nach ganz klassischen Mustern, dem man seine französische Herkunft anhört.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.12.2018
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02.11.2018