Über Jahre hinweg war SUNRISE AURANAUT das progressiv-instrumentale Solo-Projekt des russischen Multiinstrumentalisten VITALY KISELEV, das sich durch ein wenig aus der Zeit gefallenen, an die synthetischen 80er-Jahre erinnernden und bei den ganz großen, wie ELP, CAMEL oder YES, an die Musik-Tür klopfenden Instrumental-Tracks verwirklichte. Auch auf dem aktuellen Album – nur echt mit USB-Stick-Hammer-Hai – hat sich auf „Inserter“ musikalisch nicht großartig etwas geändert, dafür aber ist mit ALEXANDER MALAKHOV ein zweiter Synthesizer-Experte als festes Projekt-Mitglied in den großen Musik-Teich mit den seltsamen Fisch-Missgeburten gesprungen.
Kollege Schiffmann, der bereits <a href="https://www.musikreviews.de/reviews/2015/Sunrise-Auranaut/The-First-Cosmic/" target="_blank" rel="nofollow">das 2015er-Album „The First Cosmic“ von SUNRISE ASTRONAUT</a> besprach, nannte die Musik instrumentalen Space Prog und beklagte sich darüber, dass ein „echter Schlagzeuger“ darauf fehlte. Und vielleicht hätte der gute Vitaly sich diesen Ratschlag zu Herzen nehmen sollen, denn genau diese Einschätzung trifft hundertprozentig auch auf „Inserter“ zu.
Ganz ähnlich wie bei den leidenschaftlichen, progressiven Elektro-Alben von ALFRED MUELLER unter dem Projektnamen SONIQ THEATER vereint sich auf „Inserter“ Progressives, besonders durch die Gitarre auch etwas härter Rockendes mit viel Elektronischem und einem deutlichen Hang zum Space, wobei schmerzhaft das rockige Schlagzeug-Element fehlt, aber stattdessen die Synthesizer den Sound recht synthetisch wirkend aufblasen.
So sehr sich auch Vitaly Kiselev darauf beruft, dass er diesmal keinerlei Keyboards, sondern ausschließlich elektrische und akustische Gitarren spielt – darum wohl auch die Zusammenarbeit mit dem zusätzlichen Keyboarder – ändert sich an dem Sound auf „Inserter“ nichts Grundlegendes.
FAZIT: Instrumentaler Prog Rock voller östlichem Flair und einem deutlichen Space-Hang. SUNRISE AURANAUT klingen auf „Inserter“ wie das russische Pendant zu SONIQ THEATER.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.12.2018
Vitaly Kiselev
Alexander Malakhov
Rock Company
41:34
09.03.2018