Für den Nachfolger zu ihrem Debüt "Hidden Places", das BLACK VULPINE nach bereits rund zehnjähriger Existenz in personell variierender Konstellation in eigener Regie stemmen mussten, ließ sich die Dortmunder Formation vier Jahre Zeit, die sich bezahlt gemacht haben, wie man nun hören kann. "Veil Nebula" dürfte angesichts des kleinen, wenn auch angesehenen Labels, auf dem es erscheint, zwar wieder nur einem eingeschränkten Empfängerkreis vorbehalten sein, ist aber eine leicht proggige Doom-Rock-Platte, die Farbe in den weithin grauen Szenealltag bringt.
BLACK VULPINE haben die Stimme ihrer Gitarristin Sarah Voß endgültig in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt, und tatsächlich bewährt sich die Frontfrau in allen Situationen, ob während programmatischer Schlepper wie 'In the Dawn' und dem elegischen 'The Painting', balladesker Momente wie während 'Hounted House' oder treibender Nummern, von denen 'Liar' zugleich der "Hit" von "Veil Nebula" ist.
Übrigens besticht hier auch Drummer Rüdiger Stirnberg mit pfiffigem Groove und Swing in der Art, wie er seine Becken anschlägt. So markante Schlagzeuger hört man Jahrzehnte nach der Hochzeit der Bill Wards oder Ian Paices nur selten bei einer Heavy-Rock-Band, doch BLACK VULPINE gehören somit in dieser Hinsicht zu den wenigen Ausnahmen. Im abschließenden 'Uprooted' oder während des stampfenden 'Dread' legt er gemeinsam mit Basser Stefan Zacharias ein Fundament aus, das feister nicht sein könnte.
Selbst die auf hypnotisch repetitiven Riffs basierenden Tracks 'Limbus' und 'Foredoomed' sind von einem nervösen Vorwärtsdrang geprägt, die nicht viel mit typischer Genre-Kost gemein hat. So schaffen BLACK VULPINE einen Spagat ohne Leistenbruch, irgendwo zwischen Stil-Konservatismus und jener Ungezwungenheit, die man als traditionelle Band im Jahr 2019 braucht, um nicht gleich in die nächste Vintage-Mülltonne geworfen zu werden.
FAZIT: Gekommen, um zu bleiben … es hat ja auch lange gedauert - BLACK VULPINE reichen mit "Veil Nebula" ein abwechslungsreiches Stoner-Doom-Album ein, von dem die Szene lange zehren darf und auch der eine oder andere Prog-Fan die Haare geföhnt bekommen könnte. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/1ab372a5c80b4e71b7a90d0c18e1b84f" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.02.2019
Moment Of Collapse
53:40
01.03.2019