Laut den Credits, die trotz Kleinstdruck eine volle Seite des Inlays beanspruchen, haben ganze Heerscharen von Musikern und Produzenten an „Fire & Brimstone“, dem neusten und fünften Studio-Album von BRANTLEY GILBERT mitgebastelt. Genauso tönt die Sammlung mit den fünfzehn Songs denn auch: Zu großen Teilen instrumental völlig überladen, mit viel kitschigem Schnickschnack versehen und stilistisch sehr unverbindlich.
Das Album wird vom arg beliebigen „Fire't Up“ eröffnet, gefolgt von einer Bestandsaufnahme bezüglich Kleinstadt-Mief („Not Like Us“). „Welcome To Hazeville“ ist dann Bro-Country pur – was den greisen Willie Nelson bewogen hat, hier mitzumachen, ist unerklärlich. „What Happens In A Small Town“ ist schlicht billiger Walmart-Sound.
Und – um ausnahmsweise mal Frau Knef zu zitieren - „Von nun an ging’s bergab“… Oder zumindest nicht bergauf, denn die restlichen Songs dieses Albums sind samt und sonders dem streng schablonierten und gnadenlos auf Verkauf gebürsteten Nashville-Popsound zuzurechnen. Von „Fire“ jedenfalls keine Spur (und wieso überhaupt Schwefel?).
Dass sich GILBERTS neustes Werk auf großen Bühnen erfolgreich umsetzen lässt, ist nicht zu bezweifeln; ja, vielleicht gehört es sogar ausschließlich dorthin: Bombast gekonnt auf Tonträgern zu verewigen war schon immer ein heikles Unterfangen, Soli jedweder Art gehören nun mal in den Vordergrund gemischt und Drumcomputer (ja!) haben auf dem Album eines „Country-Rockers“ (O-Ton der Plattenfirma) ganz einfach nichts zu suchen.
FAZIT: Als Albumtitel weckt „Fire & Brimstone“ falsche Erwartungen, erst recht in Kombination mit dem tough-düstern Cover. Hinter der Fassade steckt eine Zusammenstellung von fünfzehn stramm auf kommerziellen Erfolg getunten Country-Schlager der neusten Nashville-Generation.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.12.2019
Big Machine Label Group/Universal Music
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04.10.2019