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Mörglbl: The Story Of Scott Rötti

Stil: Progressive Rock

Cover: Mörglbl: The Story Of Scott Rötti

2018 sind MÖRGLBL 20 Lenze alt geworden - und bis heute so spleenig geblieben wie in ihren Anfangstagen im Underground, dem sie nach wie vor verhaftet sind, während andere Instrumental-Proggies mit ähnlich exzentrischer Note (Panzerballett etwa) auf relativ breiter Ebene wahrgenommen werden. An der Qualität ihrer Musik kann es definitiv nicht liegen, wie auch das neue Album der Franzosen beweist.

Mit ihrer komödiantischen Ader stehen MÖRGLBL Frank Zappa oder Primus nach wie vor näher als den vielen verkopften Fusion-Acts, die letzten Endes doch nur Fahrstuhlmucke auf hohem handwerklichen Niveau spielen. Jazz ist bei diesem Trio hier hingegen kein elitärer Stil, mit dem sie anderen zeigen wollen, welche Könner sie doch sind, sondern eine generelle Haltung und ein Ethos: Freigeist, Unberechenbarkeit und Leidenschaft für die Kunst.

Als Hörer muss man wohlgemerkt Sinn für Humor haben, den der erwähnte Schnauzbartträger bekanntlich selbst im Kontext von Musik infrage gestellt hat. Ob man auf akustischen Witz abonniert ist oder nicht, kann man aber nicht leugnen, dass MÖRGLBL dem, was sie tun, Substanz auf allen Ebenen verleihen. So hintersinnig ihre Heiterkeit ist, so raffiniert hat sie auch ihre aktuellen Kompositionen in Szene gesetzt.

Dass es sich bei der siebten Scheibe der Combo um ein Konzeptalbum handelt, erkennt man daran, dass die enthaltenen Tracks in gewisser Weise narrativ arrangiert sind. Die Gitarre scheint zu erzählen, wobei sich Christophe Godin nicht nur wieder einmal als abgefeimter Zocker hervortut, sondern auch motivischen Feinsinn und ein Gespür für Hooks beweist, die tatsächlich auch keinen Sänger missen lassen.

Produktionstechnische Feinheiten wie wiederholtes Panning im Stereo-Klangbild (sehr geil unterm Kopfhörer) und einige regelrecht brutale Parts im allgemein eigentlich sehr harmonischen Treiben machen die musikalische Abenteuerreise perfekt.

FAZIT: MÖRGLBL bleiben auch über Europa hinaus ein Garant für aufregende Instrumentalmusik zwischen Jazz und äußerst hartem Rock, die sich kein Fan von Liquid Tension Experiment (falls man das Keyboard nicht vermisst), dem jungen Steve Vai und vielleicht auch technischem Metal generell entgehen lassen sollte. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2e98a14a5c2545fd9b331c016636c7ee" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.01.2019

Tracklist

  1. 2 Flics Amis Amish
  2. Anarchytektür
  3. Les Légions Du Rhum
  4. Dar Vädim
  5. Döner Dörgazm
  6. La Lèpre À Elise
  7. Crime Minister
  8. Panzer Kökötier
  9. Prog Töllög
  10. The Story Of Scott Rötti
  11. Cor À Cor

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Free Electric Sound / Alive

  • Spieldauer

    59:39

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2019

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