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Morild: Så kom mørket …

Stil: Post Black Metal

Cover: Morild: Så kom mørket …

Die Songtitel von MORILDs erstem Langspieler ergeben hintereinander gelesen einen zusammenhängenden Text, der sich ungefähr wie folgt übersetzen lässt: "So kam die Finsternis und nahm mich bei meinem Wort, eine dunkle Wolke aus Erinnerungen in wesentlichen Augenblicken, erstarrt in mir. Ich hoffe, sie verschwindet mit dem Licht, um zu sterben oder frei zu werden …"

Was auch immer es damit auf sich hat: Die jungen Dänen spielen unverfälschten Black Metal der monochromen und klanglich am Rande des Inakzeptablen rangierenden Black Metal. Der dünne Sound von "Så kom mørket .…" ist allerdings nicht das einzige Manko dieses offensichtlichen Konzeptalbums über die innere Befindlichkeit von Schlagzeuger und Schreihals Simon Frenning Sørensen: Der Bandkopf tut sich genauso wie sein Gitarrist Jakob Georg Nielsen schwer, sowohl dem klassischen Stil als auch dessen Post-Auslegern etwas Neues abzuringen.

Die sechs tendenziell längeren Kompositionen auf der Platte leiden an akuter Dynamik-Armut, auch wenn sich das Duo redlich bemüht, die verrauschte und verhallte Raserei mit unverzerrten Passagen aufzuweichen, während welcher heiser geraunt wird. Die Vocals wären auch dann so undifferenziert wie die gesamte Instrumentale Komponente, wenn der Drummer nicht seine Muttersprache bemühen würde; er klingt, als sitze er tief in einem Brunnenschacht, und orchestraler Keyboard-Popanz kann nicht kaschieren, dass er beim Spielen in puncto Timing nicht ganz sattelfest ist.

Das mag ein Fan der alten Schule charmant finden und als Gegenentwurf zu klinisch kalten bzw. stark editierten Studioarbeiten lobenswert ehrlich sein, doch in Ermanglung jeglicher kompositorischer Raffinesse muss man als nüchterner Betrachter konstatieren, dass die Scheibe nicht einmal in den Gründerjahren der Szene und als Demokassette veröffentlicht viel gerissen hätte. Einem Vergleich mit ähnlich kompromisslos wie MORILD agierenden Gruppen, die derzeit Island erschüttern, ist "Så kom mørket .…" somit nur bedingt gewachsen.

FAZIT: Wer Monotonie im Black Metal schätzt und einen miesen Sound als Gelegenheit versteht, sich auf psychoakustische Experimente einzulassen (was wird tatsächlich gespielt, was bilde ich mir bei all den Frequenzüberlagerungen nur ein?), darf es gerne mal mit diesen jungen Newcomern probieren. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/afc75d74ab2d453cbe2ff9974799330d" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.01.2019

Tracklist

  1. Så kom mørket og tog mig på ordet
  2. En sort sky af minder
  3. I afgørende stunder
  4. Frosset fast i mit indre
  5. Jeg håber det forsvinder med lyset
  6. At dø eller blive fri

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Indisciplinarian

  • Spieldauer

    42:35

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2019

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