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Rosensprung: Dunkle Energie

Stil: Art Rock

Cover: Rosensprung: Dunkle Energie

"Dunkle Energie" wurde bereits im Herbst 2017 veröffentlicht und noch früher - 2015 - eingespielt. Derzeit gibt's das vierte Studioalbum von ROSENSPRUNG auch in auf 100 Exemplare limitierter Auflage als Schallplatte, die Freunde experimenteller Rockmusik im Geiste der 1980er ernsthaft für einen Kauf in Erwägung ziehen sollten.

Das Quartett, das sich bei den Aufnahmen für jeweils einen Track um einen Saxofonisten, Hornisten und eine Theremin-Spielerin verstärkt hat, erlegt sich von jeher konkrete musikalische Ziele als strenge Konzepte auf, die sie mit ihren Kompositionen umzusetzen sucht. Für "Dunkle Energie" blickte die Gruppe ins Weltall, in universitäre Physik-Vorlesung und auf Regisseur David Lynch, doch diesen verkopften Überbau - ROSENSPRUNG möchten Geschichten im Kontext Trans- und Posthumanismus erzählen - kann man beim Hören der Songs auch getrost ignorieren.

Die kurzen Tracks sind zunächst größtenteils recht ruhig ausgefallen, brausen aber schlussendlich oft lautstark auf und lassen sich grob im Post Rock ansiedeln, wenngleich sich die Band gegen fürs Genre typische Stilmittel und Strukturen verwehrt. Nachdem der Opener 'Symmetrie' heftig krachend zu Ende gegangen ist, folgt mit 'Widergänger' eine potenzielle Single, sie es auch später das zurückgelehnte 'Amorph' ist. Der leichtfüßige Antreiber kommt fast ohne Verzerrung aus und erzeugt seine Wucht mittels der erwähnten Blasinstrumente, während Gitarrist Tobias Leibetseder hypnotisch singt. Sein Text wirkt im Sinne des Konzepts wie auch alle anderen ziemlich abstrakt, doch dafür sind sie umso hörenswerter.

Seine Stimme steht im narrativen 'Nano' im Vordergrund, das instrumentale Fundament bleibt subtil dissonant - eines der Hauptmerkmale der Musik der Gruppe. Songtitel wie 'Sehnungen' oder Tiefhimmel' könnten auch auf dem Mist von Dornenreich gewachsen sein, doch mit der Musik ihrer Landsleute haben ROSENSPRUNG nichts zu tun. Mit 'Nekrophagen' steht eine der am stärksten elektronisch geprägten Nummern kurz vorm Ende von "Dunkle Energie"; das emotional gelöste Highlight 'Dendriten' haben sich die Musiker fürs Finale aufgehalten.

FAZIT: "Dunkle Energie" ist sperrig und spröde, strahlt aber eine eigentümliche Anmut aus und sucht als zweisprachiges Experimental-Indie-Album seinesgleichen. Ein richtiger "Hit", und ROSENSPRUNG würden vielleicht den großen, äh … Sprung schaffen. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/10b1168355f74e6eb06d8ce1b59ed398" width="1" height="1" alt="">

Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.04.2019

Tracklist

  1. Symmetrie
  2. Widergänger
  3. Nano
  4. Weite
  5. Sehnungen
  6. Amorph
  7. Tiefhimmel
  8. Nekrophagen
  9. Schwebung
  10. Dendriten

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Blauschacht

  • Spieldauer

    36:28

  • Erscheinungsdatum

    05.04.2019

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