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Starset: Divisions

Stil: Modern Rock

Cover: Starset: Divisions

In Europa ist/sind STARSET ein relativ kleines Licht, wohingegen sie in den amerikanischen Billboard Charts schon weit oben standen, indem sie süßlichen Pop mit recht derber Härte verschränkten und dadurch ein beträchtliches Crossover-Potenzial an den Tag legten. Auch das dritte Album von Vordenker Dustin Bates und Co. könnte bei Synthwave-Fans, Industrial-Alteingesessenen und Modern-Prog-Anhängern gleichermaßen Anklang finden.

Von den Hit-Qualitäten ganz zu schweigen, die "Divisions" prinzipiell auszeichnen. Auch aus diesem Grund ist die Scheibe nicht unbedingt experimentell, so zwanglos die Gruppe auch mit scheinbar unvereinbaren Stilelementen jongliert. Das Ergebnis wirkt im Gegenteil immerzu vertraut; abgesehen vom mit sechseinhalb Minuten längsten Track 'Where the Skies End', der nach einem Sample aus dem Film "Rolling Review" der US-amerikanischen Surfszenen-Marke Vissla die einzige etwas komplexere Nummer bleibt, erfüllt alles die Anforderungen jedes Radiosenders, was Airplay in der sogenannten "heavy rotation" angeht.

Beim Hören von "Divisions" hat man abwechselnd das Gefühl, mit einer Gitarre vermöbelt ('Manifest') und mit Wattebauschen beworfen (das flockige 'Solstice') zu werden. Passend dazu rangieren STARSETs Texte zwischen Motivationstrainer-Platitüden und Befindlichkeitslyrik, die verhehlen, dass Bates im Rahmen einer Sci-Fi-Story abwechselnd in eine dystopische und glorreiche Zukunft blicken möchte.

In dieser widersprüchlichen Anlage gehen gefällig dudelnde Sythesizer mit Beinahe-Deathcore ohne Gebrüll einher, wobei als Leitmotive der jeweiligen Songs meistens minimalistische Tonfolgen dienen. Beispielhaft demonstrieren dies auf der hart-zart-Schiene vor allem 'Echo' und die vorhersehbare Ballade 'Perfect Machine', wohingegen 'Telekinetic' unter rhythmischen Gesichtspunkten relativ knapp an der Grenze zum Djent vorbeischrammt und unabhängig davon den mitreißendsten Chorus der Platte bietet. Auf der Nichthabenseite verbucht das Projekt das ebenso wie zum Schluss 'Diving Bell' phasenweise symphonisch getränkte 'Trials', das mit richtig doofem "Oh"-Chor-Hook aus der untersten Mainstream Muzak-Schublade aufwartet.

'Other World Than These' ist noch ein letzter bissiger Lichtblick, aber nach einem relativ starkem ersten Drittel versumpft "Divisions zusehends in der Belanglosigkeit, auch wenn's zu keiner Zeit richtig kacke wird.

FAZIT: Tanz- und mitsing-kompatibler Electro-Rock für Fans von Gemini Syndrome, Nine Inch Nails' verträglicheren Werken, Celldweller oder auch 30 Seconds to Mars - STARSET dürfte der flächendeckende Durchbruch in Europa weiterhin verwehrt bleiben, doch das mindert den Unterhaltungswert ihrer leichtverdaulichen Musik kein bisschen. <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/58db72d9a47f44d6a5bc9d37a010fcab" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.09.2019

Tracklist

  1. A Brief History of the Future
  2. Manifest
  3. Echo
  4. Where the Skies End
  5. Perfect Machine
  6. Telekinetic
  7. Stratosphere
  8. Faultline
  9. Solstice
  10. Trials
  11. Waking Up
  12. Other World Than These
  13. Diving Bell

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Fearless Records

  • Spieldauer

    45:23

  • Erscheinungsdatum

    13.09.2019

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