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Blitzen Trapper: Holy Smokes Future Jokes

Stil: Americana

Cover: Blitzen Trapper: Holy Smokes Future Jokes

Auf ihrem neuen Album brechen BLITZEN TRAPPER eine Lanze für das menschliche Amerika, das sich real unter all dem Dreck verbirgt, den die Herrschenden darüber ausgeschüttet haben und der vor den internationalen Medien verbirgt, dass die "kleinen Leute" im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten so sind wie du und ich.

Rädelsführer Eric Earley versteht das aktuelle Material der Gruppe als musikalisches Tagebuch seines eigenen Lebens, in dem er Erinnerungsschnipsel zusammengestellt hat, die schlussendlich auf ein Hauptthema hinausliefen: den Menschen als unbedeutenden Faktor im großen Ganzen des Universums und somit tiefe Demut. Angeregt wurden die Texte teilweise von George Saunders' Roman "Lincoln im Bardo", und während der Frontmann sie mit seiner nöligen Stimme vorträgt, hängt man ihm an den Lippen.

Einzelner Gesang ist auf "Holy Smokes Future Jokes" allerdings eher die Ausnahme, denn die nach wie vor vertraut wirkende Mischung des Sextetts aus urigem Country mit progressiven Einsprengseln, Folk und ein paar aufbrausenden Momenten zeichnet sich vor allem durch Gesangsharmonien aus der Schule von Crosby, Stills Nash & Young und Simon & Garfunkel aus.

Mustergültig stellen BLITZEN TRAPPER ihre Stimmen in der possierlichen Zartheit von 'Bardos Light Ouija Ouija' und während ds ungeschönt Westcoast-poppigen 'Don't Let Me Run' zur Schau; die Nummer vermittelt eine Leichtigkeit, die auf "Holy Smokes Future Jokes" ansonsten eher selten ist. Der Unterbau ist überwiegend melancholisch, wobei der an- und abschwellender Satzgesang die ungemein dynamische Produktion widerspiegelt.

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Dass BLITZEN TRAPPER bisweilen gerne auch auf Artrock-Terrain ausscheren (''Dead Billie Jean''), stellt keinen Widerspruch dazu dar und hat in Form des kratzigen Indie Rocker 'Masonic Temple Microdose 1' der ein bisschen an Dinosaur Jr. erinnert, sogar eines der stärksten Liedern der Platte abgeworfen.

FAZIT: BLITZEN TRAPPERs zehnter Longplayer setzt sich auf dem Fundament eines Americana-Artrock-Crossovers mit den großen Fragen des Lebens und den sogenannten "letzten Dingen" auseinander, ohne den Song als solchen in einem konzeptionellen Korsett zu ersticken. Leicht verdaulich und trotzdem anspruchsvoll, eine ideale Kombination. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/5fd542282ce842989cb282e8eaef66b0" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.09.2020

Tracklist

  1. Baptismal
  2. Bardos Light Ouija Ouija
  3. Don't Let Me Run
  4. Magical Thinking
  5. Masonic Temple Microdose 1
  6. Requiem
  7. Holy Smokes Future Jokes
  8. Sons and Unwed Mothers
  9. Dead Billie Jean
  10. Hazy Morning

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Ye Roc

  • Spieldauer

    37:14

  • Erscheinungsdatum

    11.09.2020

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