Das mit Konzerten im Zeichen des Debüts “Tusen År Har Gått …“ (1995) vorbereitete Studio-Comeback von MÖRK GRYNING erfüllt seinen Zweck insofern, als es stilistisch stark an jenem Klassiker ausgerichtet ist. „Hindsides Vrede“ bietet „schwarzen“ Melodic Death Metal mit je einer Handvoll orchestraler Einsprengsel und ausgefallenerer Klangfarben (Ambient-Drones, Sängerin, etc.), ohne dass die Schweden krampfhaft versuchen würden, den Geist ihrer Sturm-und-Drang-Zeit wiederaufleben zu lassen.
Die Mischung stimmt und spiegelt wider, was in der Hochphase jener Nischendisziplin von vorwiegend schwedischen Bands wie - natürlich - Dissection, Sacramentum, Unanimated oder Vinterland gespielt wurde - immer wieder unverzerrte oder auf mit Akustikgitarre arrangierte Breaks zwischen ein wenig Synthesizer -Opulenz und vor allem jenen flirrenden Gitarren-Tremolos, die bis heute keine Gänsehaut schuldig geblieben sind.
Draakh Kimera (Peter Nagy) knurrt seine relativ gut verständlichen Texte so gallig wie damals zu Blastbeat-Perlen wie 'Fältherren' oder den Doublebass-Granaten 'Existence in a Dream' und 'Infernal' dessen getragene Solo-Part zum ersten Mal in Richtung des sprichwörtlich brennenden Horizonts blicken lässt.
'A Glimpse of the Sky' intensiviert das Hörerlebnis weiter mit klarem Gesang und dramatischer Steigerung, und beim Quasi-Titelstück 'Hinsides' handelt es sich um ein Konzertgitarren-Zwischenspiel, das sozusagen die Halbzeit markiert.
Das schreitende 'Sleeping in the Embers' verfügt über die präsentesten Keyboard-Verzierungn, doch das Tasteninstrument nimmt einen vergleichsweise niedrigen Stellenwert ein, ungefähr so wie noch auf den allerfrühsten Releases der Norweger Dimmu Borgir. Nach der kurzen Klavier-Auflockerung 'For Those Departed' changiert 'Without Crown' zwischen Geballer und angezogener Handbremse, 'Black Spirit' überrascht mit tief drönendem Intro (weibliches Gesäusel im Verbund mit männlichem Kehlkopfgesang), bevor die Thrash-Peitsche geschwungen wird.
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FAZIT: MÖRK GRYNING, willkommen zurück! Die zumeist erfreulich kurzen und eingängigen Songs auf "Hinsides Vrede" schließen einen Kompromiss zwischen der geradlinigen alten Schule und den esoterischen Lehren neuerer Black-Death-Vertreter, verpackt in ein vertrautes und in keiner Weise bemüht originelles Endzeitkonzept. Das Ding macht umso mehr Spaß, wenn man nicht erwartet, das Duo würde seine eigenen Vorgaben überbieten. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/825acec270814290a2f2effaa5729482" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.10.2020
Goth Gorgon, Draakh Kimera
Goth Gorgon, Draakh Kimera
Goth Gorgon, Draakh Kimera
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CG, Draakh Kimera
Season of Mist / Soulfood
35:26
23.10.2020