Neal Morse, seines Zeichens bibeltreuer Solokünstler und durch seine Leistung für Spock's Beard praktisch unsterblich, der ehemalige Dream Theater-Drummer und Hansdampf in allen Gassen (Sons Of Apollo, The Aristocrats, …) Mike Portnoy sowie Bassist und Keyboarder Randy George, der langjährige Zuarbeiter der beiden, zeigen sich sowohl gemeinsam als auch im Kontext ihrer verschiedenen einzelnen Projekte stets bereit, Kompositionen anderer Künstler neu zu interpretieren (vor allem live), die sie als Songwriter und/oder Instrumentalisten geprägt haben.
Im Rahmen seiner zweiteiligen "Cover To Cover"-Veröffentlichungsreihe hat sich das Trio an Rock- und Pop-Ikonen wie Beatle Paul McCartney, den Bluesrock-Göttern Cream, den Mod-Pionieren The Who, den Flöten-Proggies Jethro Tull oder den Chart-Jazzern Steely Dan abgearbeitet. Dieses Unterfangen war weitgehend für Die Hard-Fans gedacht, anscheinend jedoch so erfolgreich, dass Inside Out nun auf breiter Ebene damit hausieren gehen.
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Den feinen Schreibunterschied im Titel "Cov3r to Cov3r" - die darunter fallenden Stücke werden auch von der "Anthology" entkoppelt herausgebracht - weist darauf hin, dass es sich zu einem Drittel um komplett neues Material handelt. MORSE/PORTNOY/GEORGE haben sich schon zuvor nicht so offensichtliche Song-Kandidaten wie 'Where The Streets Have No Name' von U2 oder 'Starless' von King Crimson (es muss ja nicht immer 'In The Court Of The Crimson King' sein) zum Updaten ausgesucht; dieser Linie folgen sie auch bei der Komplettierung ihres Hattricks.
‘No Opportunity Necessary, No Experience Needed’ von Yes mit deren neuem Sänger Jon Davison dient als Opener und zugleich auch Hauptanziehungspunkt des dritten Teils. Richtiggehend überraschend sind indessen 'Baker Street' von Poprocker Gerry Rafferty, 'It Don’t Come Easy' von Beatles-Drummer Ringo Starr und Badfingers knackiges 'Baby Blue'. Dennoch bleibt Part 2 "Cover 2 Cover" die stärkste Komponente des Tripels - allein schon deshalb, weil Morse im Neil-Young-Medley eine ergreifende Elegie aus der Suchtverarbeitung 'Needle And The Damage Done' macht.
Da die Zusammenstellung die persönlichen Geschmäcker aller drei Macher abbildet, wirkt sie in der gesonderten Betrachtung der drei einzelnen Releases jeweils wie aus dem vielzitierten einen Guss.
FAZIT: Neal Morse, Mike Portnoy und Randy George mischen auf dieser Cover-Anthologie hinlänglich bekannte Standards ikonischer Prog-, Pop- und Rockbands respektive Einzelkünstler zu einem durchweg niveauvollen und trotz seines Umfangs kurzweiligen Ganzen. Das gesamte vorhandene Material wurde übrigens remastert (warum, erschließt sich mal wieder nicht wirklich) und im Sinne eines stimmigen Spannungsbogens in seiner Abfolge neu angeordnet. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/42b4abcea5f5439494546363d4f80f8a" width="1" height="1" alt="">
Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.07.2020
Inside Out / Sony
178:49
24.07.2020