Diese mittlerweile in Los Angeles angesiedelte Band, die aus dem ländlichen San Francisco stammt, spielt einen Stil von metallischer Rockmusik, zu der sie aufgrund ihrer Herkunft gewissermaßen verpflichtet ist, denn auch wenn MOUNTAIN TAMER als zeitgenössischer Act nachvollziehbarerweise deutlich härter vorgehen als diejenigen, die ab ungefähr Mitte der 1960er einen US-Westküsten-Sound etablierten, versprüht "Psychosis Ritual" unleugbar den Geist von "damals".
Das galt auch schon für den Einstand der Gruppe ("Mountain Tamer" erschien 2016 über das italienische Label Argonauta) und zeichnet sich nun bereits beim Hören des eröffnenden Titelsongs ab; es schlängelt sich psychedelisch zäh mit orientalisch anmutenden Melodien ins Gehör, wird in dieser Hinsicht aber später von 'Chained' übertroffen, dem mit unter vier Minuten kompaktesten und eingängigsten Stück im Aufgebot.
Das seit rund zehn Jahren aktive Trio beschwört in der Tat eine archaische, ritualhafte Atmosphäre herauf. Gitarrist und Sänger Andru Hall setzt seine Stimme nicht nur wie eine zusätzliche Klangfarbe ein, sondern hier und dort tatsächlich auch Akzente, wie es ein Frontmann im klassischen Sinn schafft.
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Das strudelnde 'Warlock' beschwört die Post-Rock-Urgewalt des ersten Amplifier-Albums mit einer wütenden Hardcore-Schlagseite herauf, und die Single 'Death In The Woods' schraubt sich ähnlich dramatisch hoch, wohingegen das Instrumental 'Scorched Earth' der einzige vernachlässigbare Track ist. Die im wahrsten Sinn des Wortes bewusstseinserweiternden Mindfucks 'Turoc Maximus Antonis' und 'Black Noise' runden diese durchweg hörenswerte Chose auf entsprechend gehobenem Niveau ab.
FAZIT: Was MOUNTAIN TAMER im Zusammenhang mit ihrem bleischweren Sludge-Post-Stoner-Metal-Kram einzig und allein fehlt, sind Lieder mit griffigen Hooks, die Kalibern wie Mastodon und High On Fire den Rang ablaufen könnten. Nichtsdestoweniger ist "Psychosis Ritual" ein im gegebenen Rahmen charakterstarkes Album. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/8383e4b39cd74b118016f0da1e39093e" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.09.2020
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Andrew Hall
Andrew Hall
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32:33
25.09.2020