Auf seinem neuen Album führt Damjan Stefanovic alias MRTVI die Tradition seines Projektes fort, eine Reihe mehrteiliger Suiten zur Diskussion zu stellen. Sein musikalisches Idiom dabei? Black Metal relativ unkonventioneller Art.
"Omniscient Hallucinatory Delusion" ist schlicht gesprochen eine einzige atonale Widerlichkeit, die phasenweise am Rand des Unhörbaren vorbeischrammt. Der in England lebende Serbe, der momentan auch unter dem Banner Goddess nicht nur trommelt (das Schlagzeug ist sein Hauptinstrument), sondern auch alle anderen Fäden in der Hand hält und sich dabei in stilistischer Hinsicht zumindest ein wenig zahmer zeigt, jongliert mit Drone- bzw. Ambient-Elementen, vor allem aber maschinellen Blastbeats zu gleichförmigen Screams und kratzigen Gitarren, wobei ihm nicht immer nachvollziehbare Songstrukturen zur Last fallen.
Aus diesem Grund vermittelt die Scheibe den Eindruck eines akustischen Flickenteppichs mit nur wenigen harmonischen "Farbkombinationen" ('Cycles Of Suffering' beeindruckt richtiggehend durch seine dynamische Steigerung). Einige Tracks - allen voran das walzende 'Chains Of Illusion' grenzen an Noise, wobei das rigide Geklapper an herkömmlichen Industrial denken lässt, auch wenn den Protagonisten ideell wenig bis nichts mit dieser Richtung verbindet.
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Erstaunlicherweise - und ebendies bewahrt "Omniscient Hallucinatory Delusion" nicht nur vor einem Wertungs-Debakel, sondern beweist auch, dass wirklich Substanz hinter Stefanovics Ideen steckt - offenbaren sich hier und dort beinahe "schöne" Melodien und verhältnismäßig sanfte Momente wie das chorische Arrangement von 'Terminal Ignorance'
Am Ende lässt dieses haarsträubende Klangevent dennoch nur ein Urteil zu …
FAZIT: Akercocke, Deathspell Omega und Dødheimsgard sind im Verhältnis zu MRTVI regelrechte Pop-Combos - wer im extremen Metal noch weiter hinausschießen möchte, genehmigt sich dieser Tage entweder Medico Peste oder eben "Omniscient Hallucinatory Delusion". <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/c402b2b6b5634a89b14e025a243ba230" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.11.2020
Damjan Stefanovic
Damjan Stefanovic
Damjan Stefanovic
Damjan Stefanovic
Damjan Stefanovic
Transcending Obscurity
55:25
06.11.2020