Bei STÄLKER hat sich im Lauf der letzten Jahre, in denen die Band vom hintersten Zipfel der Zivilisation einen beachtlichen Aufstieg im echtmetallischen Untergrund schaffte, hat sich im Lager der Band stilistisch nicht viel verändert, und man mag sich angesichts der neuen Platte des Trios fragen, wie lange es ihm noch gelingen wird, auf gehobenem Niveau zu stagnieren.
Mit "Black Majik Terror" verfeinert die Gruppe um die früheren Razorwyre-Mitglieder Nick Oakes (Schlagzeug) und Chris Calavrias (Gitarre) lediglich ihren Sound, der durch die markant helle Stimme von Frontmann David "Daif" King (der Nicht-Hardlinern damit gleichwohl gehörig auf den Zeiger gehen kann) nur geringfügig eigenständig wirkt.
Die Idole der trotz verhältnismäßiger Jugend erfahrenen Musiker aus dem neuseeländischen Wellington sind eindeutig: Wohingegen das Cover der Platte wohl nur zufälligerweise wie eine Trash-Variante (jawohl, ohne "h") von Diamond Heads "Borrowed Time"-Artwork erinnert, steht die Musik dahinter einmal mehr ganz und gar im Zeichen von Speed-Metal-Standards der Marke Savage Grace oder - um NWoBGHM-Prototypen zu nennen - Jaguar und Raven. Spitze Schreie, dezenter Hall auf den Vocals und halsbrecherische Solos gehören zum guten Ton in praktisch allen Tracks.
Die relativ komplexe und auch ein Stück weit ausgebremste King-Diamond-Hommage 'Holocene's End' (heucheln die hier etwa Besorgnis um Mutter Erde in Hinblick aufs umweltzerstörerische Anthropozän?) bildet eine wohltuende Ausnahme inmitten des rasanten Treibens, gleichwohl die Platte zu den wenigen gehört, die im besten statt schlechtesten Sinn einseitig sind.
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Das verspielte 'Stälker' und das den frühe Thrash-Ausformungen der Kanadier Exciter angeglichene 'Of Steel and Fire' sind ansonsten hervorstechende Anspieltipps. Was man STÄLKER insbesondere zu Gute halten muss, ist ist ihr scheinbar intuitives Wissen darum, was es bedeutet, sich nicht ungebührlich lange aufzuhalten. Der Brite sagt dazu: "They don't overstay der welcome" …
Lyrischer Tiefgang? Fehlanzeige, aber passenderweise!
FAZIT: STÄLKER zeigen Typen wie Joel Grind (Toxik Holocaust), was eine punkige Metal-Harke ist. Bezüglich ihres zweiten Albums "Black Majik Terror" dürfen sich die Typen vom "Allerwertesten der Welt" zwar genauso wenig mit dem Prädikat "eigenständig" brüsten wie der gehypte Amerikaner, bieten aber neunmal gleichermaßen differenzierten wie derb eingängigen Tempo-temperierten Stahl vom Feinsten. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/ca7befbe4fa64cd8a59e7b4f35736fa8" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.11.2020
David King
David King
Chris Calavrias
Nick Oakes
Napalm / Universal
39:12
30.10.2020