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Sugar Blue: Colors

Stil: Blues

Cover: Sugar Blue: Colors

Er scheint eine unruhige Seele zu sein, dieser SUGAR BLUE. Die Stationen seiner bisherigen Karriere widerspiegeln dies ebenso wie die Tatsache, dass sich die Aufnahme-Orte für sein neues Album „Colors“ auf vier Kontinente verteilen. Eine Konstante allerdings gibt es im Leben dieses großen Musikers mit Sicherheit: Die unbedingte Hingabe an den Blues, ja an die Musik als solche.

James Whiting, so SUGAR BLUES bürgerlicher Name, begann sich bereits Mitte der 1960er-Jahre im Teenager-Alter in der Bluesszene Chicagos zu etablieren. Im Laufe der Jahrzehnte dann spielte er seine Blues Harp mit und für Brownie McGhee, Louisiana Red, die Rolling Stones, Willie Dixon, Stan Getz, Frank Zappa, Johnny Shines, Bob Dylan und viele Größen mehr. In seiner umfangreichen Diskographie finden sich aber auch rund zehn Solo-Alben.

SUGAR BLUE gehört also längst zum innersten Zirkel der weltweit besten Mundharmonikaspieler. Wo allerdings andere Musiker seines Kalibers bloß noch brillante Langeweile produzieren, setzt SUGAR BLUE mit dem neusten Werk seinem bisherigen Schaffen quasi noch einen obendrauf: Die elf Songs auf „Colors“ öffnen im genreübergreifenden und wahrsten Sinn des Wortes eine richtige musikalische Schatztruhe.

Im Zusammenhang mit seinem neuen Werk von einem Blues-Album zu sprechen, würde der Sache jedenfalls bei weitem nicht gerecht. In der einen oder andern Form und Ausprägung – oder eben Farbe – hat SUGAR BLUE Elemente von Blues, Jazz, Pop, Funk und sogar eine Prise World in seinen Songs verarbeitet. Man höre sich diesbezüglich den prachtvollen Stilmix an, der „Day Tripper“ der Beatles – die einzige Cover-Version auf „Colors“ – zu einem der Highlights des Albums macht!

Im Übrigen ist es eigentlich vermessen, einzelne Songs herauszupicken – in ihrer Art sind sie alle gut. Jedenfalls erstaunlich, wie selbstverständlich und überzeugend dieser Mann (Klar, mit einer Top-Band im Rücken!) eine Perle an die andere hängt: Da gibt’s den Blues-Stomper mit schwindelerregenden Harp-Läufen („And The Devil Too“), einen Country-Blues, der den Begriff der guten alten Zeit relativiert („Good Ole Days“), eine balladeske Liebeserklärung an Shanghai („Shanghai Sunset“) oder die im Kontext überraschende Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Chor „Afrika Riz“ im Mut machenden „We Will Be All Right“. Apropos Gesang: SUGAR BLUE überzeugt auf seinem neusten Werk auch als vielseitiger und anpassungsfähiger Sänger, er tönt entspannter und besser denn je.

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FAZIT: Blues-Puristen müssen das neuste Werk von SUGAR BLUE nicht haben, sie sind mit „In Your Eyes“ (1995) oder „Another Man Done Gone“ (2007) besser bedient. Aber allen, die dem jahrzehntelangen Schaffen des Harp-Maestros offener gegenüberstehen, ist „Colors“ unbedingt zu empfehlen.

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.05.2020

Tracklist

  1. And The Devil Too
  2. Bass Reeves
  3. We‘ll Be All Right
  4. Day Tripper
  5. Good Ole Days
  6. Man Like Me
  7. Dirty Old Man
  8. Shanghai Sunset
  9. Downhill
  10. Bonnie And Clyde
  11. Keep On

Besetzung

  • Bass

    Ilaria Lantieri, Johnny B. Gayden

  • Gesang

    Sugar Blue

  • Gitarre

    Rico McFarland

  • Keys

    Damiano Della Torre

  • Schlagzeug

    Brady Williams, Yan Boodhoo

  • Sonstiges

    Sugar Blue (Mundharmonika), Afrika Riz (Chorgesang), Joewaun Scott (Bass), Ling Bo (Sheng), Jennifer Hall (Background-Gesang), Max De Bernardi (Gitarre)

Sonstiges

  • Label

    Beeble Music

  • Spieldauer

    41:44

  • Erscheinungsdatum

    10.12.2019

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