Zurück

Reviews

Sunken: From Slow Sleep Like Death

Stil: Doom / Death Metal

Cover: Sunken: From Slow Sleep Like Death

Kurz nach ihrem zehnten Geburtstag hauen SUNKEN ein Album heraus, das tatsächlich erst ihr Langspiel-Debüt ist und dementsprechend gut durchdacht wirkt. "From Slow Sleep Like Death" enthält überwiegend längere Tracks, die nicht den Eindruck erwecken, hier würde jemand halbseidene Ideen ungebührlich breit auswalzen.

Der Stil? Naheliegenderweise Doom Metal auf "tödlicher" Grundlage, quasi um die Landestradition (Stichwort Thergothon, etc.) auch weiterhin zu pflegen, obwohl das Quartett nicht bis ins Äußerste geht, als die Funeral-Doom-Ecke; im Grunde lassen sich allenfalls die einleitenden elfeinhalb Minuten von 'Dolor Sunlit' in diesem Bereich einordnen.

Dabei ist die Nummer nicht einmal das Highlight des Albums, sondern verdichtet den Sound der Band lediglich in relativ gedrungener Form: elegische Gitarrenleads, schleppende Rhythmen und nur vereinzelt eingesetzte Growls. Die Texte von Frontmann Jokipii, der ebenfalls Gitarre spielt, lassen sich übrigens halbwegs gut verstehen - ein zusätzliches Plus.

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/3oZir25QHeQ" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Die von Gitarrist Keränen und Schlagzeuger Korpi gegründete Combo schert allerdings bereits im zweiten Stück 'Island' in facettenreichere Landschaften aus - schwarzmetallisches Flirren und ein etwas forscheres Tempo. So wie die Band hier zwischenzeitlich den Verzerrer ausschaltet, um Ruhepole zu etablieren, agiert sie auch im weiteren Verlauf mehrmals, weshalb 'Sanctuary' - vielleicht der Schlüsselsong der Platte - sogar eine gewisse Opeth-Note aufweist.

Aufgrund der Art und Weise, wie die Band in instrumentaler Hinsicht begonnen hat, ist ihr Material praktisch naturgemäß auf Rhythmik und Riffs hin angelegt, obwohl gefühlvoll melodische Töne nicht zu kurz kommen - die angeblich typisch finnische Melancholie vielleicht?

Wie dem auch sei über fast zwei Jahre hinweg tätigten SUNKEN die Aufnahmen zur Scheibe gänzlich in eigener Regie, und das Ergebnis stellt sich als international uneingeschränkt konkurrenzfähig heraus. "From Slow Sleep Like Death" ist in Ermanglung tatsächlich auch erinnerungswürdiger Stücke zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber …

FAZIT: … eine überdurchschnittlich gute Doom-Death-Scheibe, die Finnen-Death-Fans (Abhorrence, frühe Amorphis) anchecken dürfen. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0a2631eb1d194cfe9040881418befc82" width="1" height="1" alt="">

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.07.2020

Tracklist

  1. Dolor Sunlit
  2. Island
  3. Lost Caress
  4. Sanctuary
  5. Severed Memory
  6. Sore Light
  7. Unfalter
  8. Unspoken Misery

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Argonauta / Soulfood

  • Spieldauer

    53:15

  • Erscheinungsdatum

    10.07.2020

© Musikreviews.de