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MolyBaron: The Mutiny

Stil: Alternative / Progressive Rock

Cover: MolyBaron: The Mutiny

Kennt jemand MOLYBARON als eine der reputierlichsten Modern-Metal-Bands der letzten Jahre? Okay, ich bin erleichtert darüber, nicht der Einzige zu sein, der angesichts des Namens mit den Achseln zuckt, denn die 2014 in Paris gegründete Gruppe dürfte nur einer kleinen Minderheit geläufig sein, und ob sie seitdem für vermeintlich zeitgemäße Heavy-Sounds Pionierarbeit geleistet hat, darf angezweifelt werden.

Ungeachtet der frechen Behauptungen des neuen Labels des von einem Iren angeführten Quartetts steht nun in Form von "The Mutiny" ein zweites Studioalbum zur Diskussion, das gleichzeitig ernüchtert und erfreut. Nach oberflächlicher Beschäftigung mit dem vor vier Jahren erschienenen und selbst betitelten MOLYBARON Debüt wirkt die Combo mehr oder weniger unverändert, wobei sich ihr Stil als alternativ angehauchter Rock mit einigen etwas härteren Ausschlägen entpuppt. Parallelen zu TesseracT, Periphery oder Between the Buried and Me? Fehlanzeige.

Stattdessen versteht sich der Vierer auf absolut wasserdicht komponierte und mit viel Energie dargebotene Songs geradliniger Art im klassischen Sinn. Will heißen: Auf "The Mutiny" kreist alles um teilweise ziemlich imposante Hooklines, wobei die Ergebnisse jeweils nach Alice in Chains auf Koks (´Slave To The Algorithm´), Neo-Thrash-Dampfwalze (´Lucifer´), Jahrtausendwend-Grunge (´Prosperity Gospel´) oder breitbeinigen Clutch mit Prog-Ambitionen (´Twenty Four Hours´).

Wirre Beschreibung? Ja, aber dieses Potpourri funktioniert auch deshalb hervorragend, weil die Musiker spielfreudig sind, spitzfindige Details einstreuen, die im besten Fall an die verschlungenen Momente von Tool (minus Mystik plus feste Bodenerdung wohlgemerkt) denken lassen. Das von Gitarrist und Sänger Gary Kelly selbst produzierte Material klingt bei aller Buntheit wie aus einem Guss und wirft ein paar Hymnen ab, die Anspruch auf nahezu perfekte Art mit Massenappeal versöhnen.

FAZIT: MOLYBARON demonstrieren auf ihrem zweiten Album, wie ein geerdeter Bastard aus späten System of a Down (die Gesangsmelodien), den letzten drei Rush-Alben (die gewieft aufspielende und klanglich kompakt in Szene gesetzte Rhythmusgruppe) und traditionellem Power Metal (die Songstrukturen) funktionieren kann - nämlich hervorragend, ohne dass man die Band in den Himmel jubeln müsste. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/edafe371f41b4cc99bbf2d3fba5619a3" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.10.2021

Tracklist

  1. 01 Animals 5:23
  2. 02 Lucifer 3:23
  3. 03 Amongst The Boys And The Dead Flowers 4:14
  4. 04 Prosperity Gospel 4:15
  5. 05 The Lighthouse 4:37
  6. 06 Slave To The Algorithm 4:51
  7. 07 Something For The Pain 4:09
  8. 08 The Hand That Feeds You 4:10
  9. 09 Twenty Four Hours 4:54
  10. 10 Ordinary Madness 4:44

Besetzung

  • Bass

    Sebastien de Saint-Angel

  • Gesang

    Gary Kelly

  • Gitarre

    Gary Kelly, Steven André

  • Schlagzeug

    Camille Greneron

Sonstiges

  • Label

    Century Media / Sony

  • Spieldauer

    44:44

  • Erscheinungsdatum

    29.10.2021

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