Reinrassigen Stoner Rock der im guten wie schlechten herkömmlichen Sorte bekommt man auf SNAILs jüngstem Longplayer geboten … wie nicht anders von einer Gruppe zu erwarten, die zu den beständigsten der Szene gehört, auch wenn sie sich erfolgstechnisch nie großartig hervorgetan hat.
Dass das enthaltene Material unterdessen einen Vorlauf von etwa sechs Jahren hatte, hört man dem durchdacht wirkenden Ergebnis an. Der Opener ´Mission from God´ mit seiner zerdehnten Lead-Gesangslinie steht exemplarisch für den Stil der Veteranen, ist aber kurioserweise eine der schwächsten Nummern der Scheibe. Das zurückhaltende, dezent wehmütige ´Nothing Left For You´ erinnert sehr stark an die frühen Queens of the Stone Age - inklusive eines kurzen Heul-Solos im Josh-Homme-Stil und hat schon etwas mehr Schmiss …
Richtig hittig, so wie man es von dem Trio gewohnt ist, wird´s erst während des hypnotischen, beinahe poppigen ´Not Two´, ehe ´Hold On´ locker in Mos Generators Heavy-Blues-Gefilde vorstößt. Die chorischen Vocals von Gitarrist Mark Johnson und Bassist Lynch, die ein generelles Erkennungszeichen von SNAIL geblieben sind, verleihen aber sowohl dieser Nummer als auch den meisten anderen ein stärkeres Psychedelic- oder Sixties-Beat-Flair, als es beim Gros des Desert-Rock-Spektrums der Fall ist.
Das zwischen Elegie und fiebrigem Antreiber changierende ´The False Lack´ fällt wieder ein wenig ab, doch das schleppende ´When the Tree Spoke´ (entrückte Aura) die sich wiegende Power Ballade ´Draining White´ und das abschließende Titelstück (neun Minuten im Fuzz-Himmel) bilden einen ausgemachten Hattrick.
FAZIT: Unaufgeregt, altbewährt und trotzdem - oder just deshalb - schlicht gut - SNAIL melden sich nach sechsjähriger Auszeit auf "Fractal Altar" mit Musik zurück, die im Stoner-Bereich keine Innovationen lostritt, aber ein lautes Wörtchen einwirft, was punktgenaues Songwriting betrifft. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/d5758c9d19604ab1983a4df9e5d7f269" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.05.2021
Matt Lynch
Matt Lynch, Mark Johnson
Mark Johnson
Marty Dodson
Argonauta / Soulfood
37:26
30.04.2021