Mit "Away" bekommt man mal wieder eines jener Alben geboten, deren Schöpfern man alles Gute wünschen möchte, aber eher nicht bescheinigen kann, dass sie es mit ihrem Sound weit bringen werden. SOLAR MANTRA spielen nämlich fuzzy Stoner Rock aus dem sprichwörtlichen Effeff, wobei es bei ihnen mit der Eigenständigkeit wie zu erwarten nicht weit her ist.
Die Römer existieren in dieser Besetzung seit vier Jahren und lassen sich anhand ihrer Musik zumindest in Teilen ruhigen Gewissens mit dem Adjektiv "psychedelisch" verschlagworten. Ihr stärkster Posten ist davon abgesehen, dass sich Francesco Carretti als kleiner Teufel an der Gitarre erweist (Killer-Solos vom ersten Song an), die starke Stimme von Frontmann Tommaso Santillo.
Unabhängig davon beruht das Material auf heavy Bluesrock respektive nicht immer völlig abgedroschenen Pentatonik-Riffs, wobei der Sänger diesen instrumentalen Vorgaben mit entsprechend beseeltem Vortrag gerecht wird. Der bassig-bauchige Antreiber ´Pacciani´ und das rhythmisch überraschend zackige ´Monster From The Abyss´ haben wenig von jener Behäbigkeit, die für die meisten Genre-Bands langfristig einem Todesurteil gleichkommt.
Stattdessen bemühen sich SOLAR MANTRA nicht nur um Abwechslung, sondern stehen dem angeblich immer so wichtigen Hardrock der Seventies wirklich sehr nahe, wo der Rest der Szene diese Verbundenheit meistens nur als Lippenbekenntnis beteuert. Auf "Away" zeugen eins ums andere Mal verspielt mäandernde Passagen davon (´This Iz´, das siebenminütige Finale ´Solar Mantra´), ohne den Flow der Platte zu stören.
Man kann also echt nichts Schlechtes über das Quartett sagen, außer dass es unverdientermaßen im Veröffentlichungswust untergehen beziehungsweise es schwerhaben wird, seine Qualitäten im vollen Umfang auszuspielen.
FAZIT: Stoner Rock der klassischen Art, aber der Teufel steckt bei SOLAR MANTRA im Detail. Wer das Genre schätzt und gerne die Spreu vom Weizen trennt, sollte "Away" als besseren Release aus dieser Ecke auf keinen Fall übergehen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9e5be3b0ff284c4a845e3d406ded34e3" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.09.2021
Federico "Quattro" Lombardi
Tommaso Santillo
Francesco Carretti
Simone Bianchini
Argonauta / Soulfood
52:52
03.09.2021