Lust auf eine verkopft Reise durch technische Innovation (oder eben doch nicht) und vermeintlich große Gefühle?
Auf „Fusion“ folgen MY SOLILOQUY einem losen thematischen Faden, der eine Mischung aus Philosophie und Fantasy mit der ein- oder anderen Verquickung zur Realität hat, sodass u.a. Themen wie Spiritualität und die Bedeutung der Chakren bzw. generell universelle Wahrheiten nicht nur im Cover aufgearbeitet werden.
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Da passt die verkopfte Musik doch ganz gut. Denn solche Thematiken sind schließlich keine seichte Bettlektüre, was gleichermaßen für die Musik auf „Fusion“ gilt, allerdings aus etwas anderen Gründen. Grundlegend läuft die gebotene Version melodischen Prog-Rocks nämlich ziemlich angenehm in die Lauscher.
Allerdings bricht die Länge dem Material auf Dauer ein bisschen das Genick. Denn obwohl die Songs an sich nicht wirklich überladen sind, zieht sich das Album ab der Mitte doch ordentlich. Vielleicht liegt’s auch an der Songplatzierung. Denn mit „Office Of Imaginings“ steht nicht nur der längste Song im Zentrum des Albums, die Nummer zieht sich auch wie Kaugummi, denn für diese Art Musik ist der Song wahlweise zu gleichförmig (bei dieser Länge), oder eben zu wenig geradlinig. Hier kommt das Gefühl auf, dass die Musiker zwei Songs zu einem vermischt haben, was ein bisschen schade ist, denn eine Nummer „Interlocutor“ zeigt danach deutlich, dass die Herren was von Spannungsbögen verstehen.
Natürlich könnte man den Song einfach als schmachtende Ballade in die Ecke stellen und gut sein lassen, aber hier passt der zögerliche Aufbau, beginnend mit sanfter Orchestrierung und einem stetigen Anstieg auf ein stimmliches Crescendo im Refrain doch sehr gut.
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Danach ist’s aber erstmal wieder genug der Schmalzigkeit, denn „This Space Between Us“ klöppelt härter. Na gut, das Fahrwasser bleibt stets das gleiche: Große Gestik, hier und da groß suggerierte Emotionalität und ein unverkennbarer, technischer Anspruch. Im Grunde ist das alles nicht schlecht gemacht. Die Fähigkeiten aller Beteiligten kommen deutlich zur Geltung, das Album in Gänze wirkt zusammenhängend und durchdacht.
Aber trotzdem will die Musik nur selten zünden.
Ob’s daran liegt, dass „Fusion“ für Prog-Verhältnisse vielleicht doch zu gleichförmig wirkt?
Oder ist es der doch immer mal gewöhnungsbedürftige Gesang?
Weiß der Geier, was am Ende der Grund ist, Fakt ist: Vom Hocker reißt das Material eher nicht.
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FAZIT: Natürlich ist es aus instrumentaler und Arrangement-technischer Sicht durchaus beachtlich, was Mastermind Pete Morten auf dem dritten Streich unter dem Banner MY SOLILOQUY abgeliefert hat. Letztendlich kann „Fusion“ aber weder zu seiner THRESHOLD-Vergangenheit aufschließen, noch als eigenständiges Projekt wirklich prägnante Akzente setzen, wodurch das Album letzten Endes doch nur im Durchschnitt des Genres verharrt.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.12.2022
Pete Morten
Pete Morten, Johanne James
Pete Morten
Pete Morten
Johanne James
Rae Artist Records/Just For Kicks
53:41
12.08.2022