„Spaces Of A Dream“ schließt locker an den sehr guten Vorgänger „Pyroclast“ an, toppt ihn sogar. Robert Schroeder findet auf diesem Album die ideale Balance zwischen meditativ schwebenden und rhythmisch treibenden Klängen. Da ist die, für die Berliner Schule so typische, Wehmut, gepaart mit druckvollen Sequenzen, die von einer satten Portion (elektronischen) Schlagwerks unterstützt werden.
Schroeders Tracks besitzen epischen Atem, obwohl sie die zehn Minuten Grenze nicht überschreiten und damit vergleichsweise kompakt bleiben. Trotzdem hat man nie das Gefühl, dass der Musiker sich durchs Programm hetzt. Es wabert, flirrt und zischt, zwischendurch gibt es kleine Reminiszenzen an VANGELIS („REM Phase“, mit dem Hubschrauber nach „Pulsar“), dann wird innegehalten, repetitiv geträumt, bevor das Tempo wieder locker anzieht. Rauschhafte Musik, die sich im Planetarium zu einer entsprechenden Bilderflut sehr gut machen würde. Nach sanftem Einstieg entwickelt sich gleich „Dream Theatre“ zu einem kleinen Exkurs Richtung Tribal-House, versetzt mit einer Prise „Picture Music“.
Hetze kommt dabei nicht auf, die Grundstimmung ist von einer sehnsuchtsvollen Aufbruchsstimmung geprägt, die zwischen dynamischem Weltraumtanz und elektronischen Oden an die Waldeinsamkeit die richtige Balance sucht und findet.
FAZIT: Die innigen Momente auf „Spaces Of A Dream“ gleiten nicht in New-Age-Kitsch ab, die heftigeren Sequenzen sind fern von stampfendem Techno. Das ist wohl austariert und trotz seiner melancholischen Grundstimmung eine raumgreifende Produktion. Starke Leistung auf Album Nr. 43. 42 ist wohl doch nicht die Antwort auf alles
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.03.2022
Robert Schroeder
Robert Schroeder
Robert Schroeder
Spheric Music
53:34
01.03.2022