Zurück

Reviews

SVIN: Introducing SVIN

Stil: Avantgarde Rock, Psyche

Cover: SVIN: Introducing SVIN

Ob es klug ist, seine Band erst mit dem siebten Album vorzustellen, sei mal dahingestellt. Dass SVIN aber definitiv eine gewisse Einarbeitungszeit benötigen, wird sehr schnell klar. Denn die musikalische Schrägheit lässt sich nicht verleugnen.
Irgendwo zwischen ätherisch dahinwabernden Soundscapes und einer sehr freien Interpretation von Jazz setzen SVIN vor allem auf instrumentale Undurchschaubarkeit.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YjvKwDTI-9k" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></center>

Dass der Opener „Obelisk“ als knapp sechsminütiger Jazz-Rock/Ambient-Verschnitt daherkommt, macht sofort klar, dass hier nicht mit halbwegs leicht verdaulicher Musik zu rechnen ist.
In „From Within“ geht’s dann mit etwas verstörenden, blechernen Sounds weiter, die sich langsam aber unaufhaltsam auf ein Crescendo hin steigern, welches dann allerdings ausbleibt. Stattdessen gibt’s mit „Bøn“ einen ambientös und rituell wirkenden Klangkoloss, der zwischen archaisch-rauer Klangästhetik und meditativem Männerchor schwankt.
Grundsätzlich ist der rituelle Charakter dieser Musik durchaus reizvoll und auch die klanglichen Schrägheiten, die z.B. Stücke wie „Snake“ ausmachen, tragen dazu bei, dass „Introducing SVIN“ einige interessante Facetten zu bieten hat.
Allerdings wirkt das Material über die doch recht lange Spielzeit einfach zu zerfahren und unterm Strich doch wieder zu unspektakulär, um wirklich hängen zu bleiben.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/U2I0gfuj5jA" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></center>

FAZIT: SVIN tun sich vor allem mit der ausladenden Länge von „Introducing SVIN“ keinen Gefallen. Denn nicht jeder Hörer hat die Geduld, sich eine knappe Stunde mit klanglich kruden Soundscapes zu beschäftigen, selbst wenn diese stellenweise recht interessant ausfallen. Mehr Kompaktheit würde dem Material merklich gut tun. Dass SVIN das im Grunde durchaus hinbekommen könnten, zeigen sie aber bereits in einigen Ansätzen. Beim nächsten Mal vielleicht?

Punkte: 5/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.09.2022

Tracklist

  1. Obelisk
  2. From Within
  3. Bøn (feat. Bisse)
  4. Snake
  5. Herbalism
  6. Årring (feat. Kasper Tranberg)
  7. Punklort (feat. Kasper Tranberg)
  8. Deadweight
  9. Dødsensangst (feat. Marie Eline)

Besetzung

  • Bass

    Bisse, Marie Eline

  • Gitarre

    Lars Bech Pilgaard

  • Keys

    Henrik Pultz Melbye, Lars Bech Pilgaard

  • Schlagzeug

    Thomas Eiler

  • Sonstiges

    Henrik Pultz Melbye (Saxofon, Klarinette) Kasper Tranberg (Trompete)

Sonstiges

  • Label

    Tonzonen Records

  • Spieldauer

    50:45

  • Erscheinungsdatum

    15.07.2022

© Musikreviews.de