Ob es klug ist, seine Band erst mit dem siebten Album vorzustellen, sei mal dahingestellt. Dass SVIN aber definitiv eine gewisse Einarbeitungszeit benötigen, wird sehr schnell klar. Denn die musikalische Schrägheit lässt sich nicht verleugnen.
Irgendwo zwischen ätherisch dahinwabernden Soundscapes und einer sehr freien Interpretation von Jazz setzen SVIN vor allem auf instrumentale Undurchschaubarkeit.
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Dass der Opener „Obelisk“ als knapp sechsminütiger Jazz-Rock/Ambient-Verschnitt daherkommt, macht sofort klar, dass hier nicht mit halbwegs leicht verdaulicher Musik zu rechnen ist.
In „From Within“ geht’s dann mit etwas verstörenden, blechernen Sounds weiter, die sich langsam aber unaufhaltsam auf ein Crescendo hin steigern, welches dann allerdings ausbleibt. Stattdessen gibt’s mit „Bøn“ einen ambientös und rituell wirkenden Klangkoloss, der zwischen archaisch-rauer Klangästhetik und meditativem Männerchor schwankt.
Grundsätzlich ist der rituelle Charakter dieser Musik durchaus reizvoll und auch die klanglichen Schrägheiten, die z.B. Stücke wie „Snake“ ausmachen, tragen dazu bei, dass „Introducing SVIN“ einige interessante Facetten zu bieten hat.
Allerdings wirkt das Material über die doch recht lange Spielzeit einfach zu zerfahren und unterm Strich doch wieder zu unspektakulär, um wirklich hängen zu bleiben.
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FAZIT: SVIN tun sich vor allem mit der ausladenden Länge von „Introducing SVIN“ keinen Gefallen. Denn nicht jeder Hörer hat die Geduld, sich eine knappe Stunde mit klanglich kruden Soundscapes zu beschäftigen, selbst wenn diese stellenweise recht interessant ausfallen. Mehr Kompaktheit würde dem Material merklich gut tun. Dass SVIN das im Grunde durchaus hinbekommen könnten, zeigen sie aber bereits in einigen Ansätzen. Beim nächsten Mal vielleicht?
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.09.2022
Bisse, Marie Eline
Lars Bech Pilgaard
Henrik Pultz Melbye, Lars Bech Pilgaard
Thomas Eiler
Henrik Pultz Melbye (Saxofon, Klarinette) Kasper Tranberg (Trompete)
Tonzonen Records
50:45
15.07.2022