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Reviews

SpiritWorld: Deathwestern

Stil: Metal / Hardcore

Cover: SpiritWorld: Deathwestern

Wenn man sagt, SPITIWORLD würden auf ihrem zweiten Album die Linie des Debüts "Pagan Rhythms" (2020) fortsetzen, liest sich das schnöde, drückt aber den eingetretenen Idealfall aus. Das Projekt von Sänger und Multi-Instrumentalist Stu "Folsom" Brundy bot von Beginn an eine eigenständige und logisch aufgehende Mischung aus Thrash, Hardcore und dezenten Rock´n´Roll-Elementen, auf der sich aufbauen ließ - und das tut der Mann aus Las Vegas nun, der sich selbst als Hillbilly bezeichnet, weil er von seiner Familie aus mit Country- und Western-Musik sozialisiert wurde. Deren Ästhetik macht letztlich auch das besondere an seinem Musikprojekt aus.

Musikalisch schlägt sie indes lediglich in Intros wie ´Mojave Bloodlust´ oder Zwischenspielen zu Buche. Im Kern bleibt SPIRITWORLD eine grobe Kelle, mit der Folsom kräftig austeilt, während er Endzeit-Szenarien in einem Wilden Westen der alptraumhaften Art heraufbeschwört. Die durchschnittlich kaum dreiminütigen Songs verblüffen trotz ihrer Kürze mit erstaunlich vielen Facetten, wenn man etwa die vielen Tempowechsel von ´Relic of Damnation´, das mit geil virtuosen Gitarrensolos verzierte ´Ulcer´ oder das early-Slayer-mäßige ´Moonlight Torture´ mit Dwid Hellion von den Metalcore-Veteranen Integrity als Gastsänger als Referenzen heranzieht.

Drummer Thomas Pridgen (unter anderem The Mars Volta) ballert abermals jedes potenzielle Soundloch zu, sodass die ohnehin schon sagenhaft druckvoll produzierte Platte die metallischsten Sick Of It All als Vergleichsgröße provoziert (auch in puncto Hit-Potenzial) und selbst schwersten Kalibern à la Hatebreed Muffensausen verursacht.

Knackiger Anspieltipp: das nur eine Minute und 40 Sekunden lang ins Langzeitgedächtnis polternde ´Crucified Heathen Scum´.

FAZIT: SPIRITWORLD bleiben eine der erfrischendsten Erscheinungen im härteren Segment. Viele reine Thrash-Combos können sich eine Scheibe von der Prägnanz von Stu Folsoms Songwriting abschneiden, die Horror-Western-Bildersprache ist unaufdringlich originell (statt bloßer Effekthascherei), und Hardcore wurde in den letzten zehn Jahren selten so Metal-kompatibel aufbereitet. Passiert halt idealerweise, wenn ein Hochkreativer (Folsom schreibt auch Fiktion) mit klarer Vision alle Fäden zieht… <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/3b4990becf3747b7b3546c4a2379ec43" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.11.2022

Tracklist

  1. 01] Mojave Bloodlust
  2. 02] Deathwestern
  3. 03] Relic of Damnation
  4. 04] Purafied in Violence
  5. 05] Ulcer
  6. 06] Committee of Buzzards
  7. 07] The Heretic Butcher
  8. 08] Moonlit Torture
  9. 09] Crucified Heathen Scum
  10. 10] Lujuria Satánica
  11. 11] 1000 Deaths

Besetzung

  • Bass

    Stu Folsom

  • Gesang

    Stu Folsom

  • Gitarre

    Stu Folsom

  • Schlagzeug

    Thomas Pridgen

Sonstiges

  • Label

    Century Media / Sony

  • Spieldauer

    36:18

  • Erscheinungsdatum

    25.11.2022

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