"Der Körper ist das Grab der Seele", auf diesen sowohl Plato als auch Pythagoras zugeschriebenen Ausspruch geht der Titel dieses Debütalbums zurück. Im griechischen Original lauten die Worte: "To men soma estin hemin sema"; STENGAHs "Soma Sema" beruht unabhängig von der Musik auf Texten über Selbstfindung, Existenzängste und Glaubensvorstellungen.
Stilistisch hat sich das französische Quintett zeitgenössischen Breitwandgitarren-Sounds verschrieben. Der von einem Tapping-Riff eingeleitete Opener ´Weavering´ gibt die Marschroute vor: Brüll-Metal mit bisweilen verschachtelter Rhythmik (´Above Humanity´) ist angesagt, was insofern nicht weiter verwundert, als es sich bei dem erste Songmaterial der Gruppe um größtenteils von Drummer Eliott Williame komponierte Stücke handelt.
Der Schlagzeuger gründete STENGAH 2013 und umreißt gemeinsam mit seinen Weggefährten ein typisches Post-Metal-Bild, das in Teilen an Djent-Instrumentalakrobaten denken lässt, aber vor allem von den Vorgaben bekannterer Acts wie etwa Monuments (deren fast primitive Ruppigkeit schimmert hier und dort durch), die frühen Leprous oder alte Klone, um im Heimatland der Musiker zu bleiben, denken lässt.
Die angeblich (aber nicht allzu deutlich hörbar) von Jazz und klassischem Progressive Rock beeinflussten Kompositionen sind recht kompakt gehalten, wobei Frontmann Nicolas Queste wider Erwarten ein besseres Bild als Sänger abgibt, wenn er melodisch intoniert wie in ´Swoon´, statt den Wüterich heraushängen zu lassen. Dies tut er zwar einigermaßen glaubwürdig, doch sein klares oder leicht angerautes Organ verleiht der Musik ein deutlich schärferes Profil.
So kommt es, dass sich nicht alle Stücke so eindringlich im Kopf festsetzen wie das zähe, subtil melancholische ´Blank Masses Inheritance´ oder der aufbegehrende Antreiber ´The Overman´ (mit Saxofon-Akzenten!). In gleicher Weise, wie die Band ihre Grooves am Abakus auszurichten scheint, wirken drei, vier Tracks reißbretthaft konzipiert und redundant.
FAZIT: STENGAH sind eigentlich eine typisch französische Metal-Band der härteren Sorte. Beim Hören ihres satt produzierten Einstands werden Assoziationen zu Landsleuten wie Gojira (klar) oder Hacride geweckt, ohne dass das Quintett sein kompositorisches Potenzial bereits vollständig ausgeschöpft hätte - "Soma Sema" markiert einen soliden Anfang, nicht mehr oder weniger. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e359d897f1574c9692456e96320e0a07" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.03.2022
Benoit Creteur
Nicolas Queste
Maxime Delassus, Alex Orta
Eliott Williame
Mascot / Rough Trade
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18.03.2022