Auf eine EP und zwei Longplayer im Bereich des metallischen Celtic Rocks lassen STORM SEEKER ein akustisches Album folgen. „Calm Seas Vol. 1“ heißt es, und nach genauerem Hinhören muss der Zusatz „Vol. 1“ leider eher als Drohung denn als Versprechen verstanden werden. In diesem Fall wären die Schusterleute aus Neuss nämlich in der Tat besser bei ihren Leisten geblieben.
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Das halbstündige Album „Calm Seas Vol. 1“ umfasst zehn Songs. Nach sechs umgestalteten, auf den früheren Veröffentlichungen der Band in härterem Gewand erschienenen Eigenkompositionen folgen vier Bearbeitungen von Traditionals. „Roll Boys Roll“ zum Beispiel wird dabei bedauerlicherweise stimmlich von der Liebeserklärung zur Kampfansage – dieses Raspeln, Röhren und Knurren hat das uralte, schöne Seemannslied schlicht nicht verdient.
STORM SEEKER bedienen sich diesmal akustischer Instrumente wie des Akkordeons, des Cellos, der Drehleier oder der Udu-Trommel. Musikalisch funktioniert das zwar ganz ordentlich, auch wenn die Arrangements da und dort etwas überladen sind; nachteilig wirkt sich der Wegfall des „metallenen Unterbodens“ dagegen auf den Gesang aus: Insbesondere die Leadstimme ist meist näher bei der Karikatur als bei der angestrebten Authentizität.
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FAZIT: STORM SEEKER haben mit ihrer vierten Veröffentlichung wahrlich Beispielhaftes geschaffen: „Calm Seas Vol. 1“ kann bei Bedarf als Muster dafür verwendet werden, den Fall einer Band zwischen Stuhl und Bank zu dokumentieren – im musikalischen Sinn, versteht sich. Man darf gespannt darauf sein, in welcher Art sich das Quintett wieder aufrappelt.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.04.2022
Timothy Abor, Olaf Abor, Fabi, Sandy McGnomsen
Timothy Abor
Olaf Abor
Tim (Akkordeon), Olaf Abor (Kazoo, Udu Drum), Fabi (Hurdy Gurdy, Flöten), Sandy McGnomsen (Cello, Nickelharpa)
NoCut
30:06
26.11.2021