Musik für turbulente Zeiten möchten SUPERSONIC BLUES MACHINE mit ihrem neuen Album zur Diskussion stellen… Mag sein, dass die Songtexte aktuelle Gegebenheiten behandeln, doch unabhängig davon bietet sich "Voodoo Nation" wie im Grunde alle seine Vorgänger zur vorübergehenden Weltflucht an, denn der satte Americana-Rock der Band gestaltet sich auch 2022 auf allen Ebenen traumhaft.
Das dritte Studioalbum und die insgesamt vierte Veröffentlichung der Gruppe deckt vom soulig-funkigen Opener ´Money´ ausgehend über die schmatzende und hämmernde Hendrix-Hommage ´Coming Thru´ hinweg bis zum hypnotisch treibenden ´Too Late´ mit hervorstechender Mundharmonika ein recht breites Spektrum ab. Zudem führen SUPERSONIC BLUES MACHINE ihre schöne Tradition fort, mehr oder weniger prominente Musiker von außen hinzuzuziehen, um ihre Aufnahmen zu veredeln.
So wird das urban lässige ´You And Me´ von King Solomon Hicks begleitet (das Titelstück tendiert später in eine ähnliche Richtung), wohingegen das forsche ´Do It Again´ ein flammendes Gitarrenhighlight mit Ana Popovic markiert und die Band die Ballade ´I Will Let Go´ gemeinsam mit Kirk Fletcher aufgenommen hat.Slide-Meister Sonny Landreth gibt sich während des gospeligen ´8 Ball Lucy´ die Ehre, und im achtminütigen ´Devil at the Doorstep´ spielt Label-Kollege Eric Gales mit. Der Country Blues ´All Our Love´ glänzt durch Gastsänger Charlie Starr von Blackberry Smoke, das soulige ´Is It All´ wiederum mit Altmeister Joe Louis Walker am Mikro.
FAZIT: Man kann mit dem letzten und nun auch dem neuen SUPERSONIC BLUES MACHINE-Album im Ohr billigerweise konstatieren, dass der Wechsel von Lance Lopez zu Kris Barras als Frontmann der Band ein Gewinn war, den der Brite ersetzt den texanischen Heißsporn auf angenehm unaufdringliche Weise und lässt das seit je breite Spektrum an Stimmungen und Stilen, das die Gruppe auszeichnet, auch als solches wirken, statt dass Gesang und Gitarren-Eskapaden wie zuvor bisweilen zu weit in den Vordergrund rücken würden. "Voodoo Nation" klingt weniger entrückt als "Californisoul", das seinem Titel entsprechend mehr psychedelische Züge an den Tag legte, und enthält letztendlich die griffigeren Songs. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/317ff44d2f574f3083e492f7f5aafd49" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.06.2022
Fabrizio Grossi
Kris Barras
Kris Barras
Kenny Aronoff
Provogue / Mascot / Rough Trade
61:22
24.06.2022