Dass THE NEW ROSES das Zeug zu einem Stadion-Act haben, konnten sie auf Tourneen mit Bands beweisen, die diesen Status bereits innehatten oder immer noch halten, allen voran Kiss und die Scorpions. Das fünfte Studioalbum "Sweet Poison" markiert nun lediglich eine Verfeinerung ihres Stils, bei dessen Entwicklung es sich für die Band bewährte, Mehr oder weniger direkte Zitate in eigene Kompositionen mit frischem Zug einfließen zu lassen.
Die kraftvolle Sleaze-Nummer ´My Kinda Crazy´ und das leicht wehmütige ´Playing With Fire´ gehen als Doppel-Opener auf Nummer sicher, was aber nicht bedeutet, dass THE NEW ROSES feige und unkreativ nach Schema F vorgehen würden: Das Bon-Jovi-verdächtige ´All I Ever Needed´ gehört jedenfalls zu den überzeugendsten Balladen, die den Wisbadenern bisher von der Hand gegangen sind, auch und gerade wegen ihrer unverbrauchten Hooks und Lyrics.
Überhaupt bedienen THE NEW ROSES zwar klischierten Allgemeinplätze, doch Sänger Timmys clevere Wortwahl lässt beispielsweise das augenzwinkernd "rebellische" ´Usual Suspects´ oder ´The Lion In You´ frisch wirken. In puncto Stimmung liegen unterdessen das seinem Titel entsprechend aufbegehrende ´Warpaint´, das hymnische ´Dead Of Night´ sowie das zwischen Power Pop und klassischem AOR rangierende ´1st Time for Everything´ weit vorne.
Das akustisch dargebotene ´True Love´, ein unaffektierter Ruhepol, das uramerikanisch rock´n´rollende ´Sweet Gloria´ und das Feuerzeugschwenker-Finale ´The Veins of this Town´ runden "Sweet Poison" zum Schluss mit noch einmal stark erhöhtem Hit-Faktor ab.
FAZIT: Davon abgesehen, dass THE NEW ROSES vermutlich Deutschlands authentischste Erben von Bon Jovi, Mr. Big, natürlich Guns N´Roses und eventuell auch Bryan Adams sind, hat die Band mit "Sweet Poison" ihr bislang farbenfrohstes und kompaktestes Album veröffentlicht. Althardrocker wissen Bescheid. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/8b1c571886e9474a86ff086c4d02b993" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.10.2022
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21.10.2022