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Reviews

Bloodhype: Modern Eyes

Stil: Pop-Rock, New Wave

Cover: Bloodhype: Modern Eyes

Zwischen Glanz und Glamour liegen doch auch immer Schmerz und Leid verborgen. Selbst wenn der Weg zum schimmernden Licht nicht durch Dreck führt, so ist da doch immer noch eine Seite abseits des Lichts.
Ob sich BLOODHYPE deswegen nach einer fiktiven Droge benannt haben?
Schließlich liegt dem Konsum von bewusstseinserweiternden Substanzen nicht selten ein Fluchtgedanke zugrunde. Diese Qualität könnte auch auf die Musik des Quartetts zutreffen.

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„Modern Eyes“ liebäugelt mit romantisch verklärtem 80s-Sound, genauso wie eine gewisse Punkrockwurzel unter den glamourösen Pop-Rock-Hymnen des Albums verborgen liegt. Da passt die, manchmal etwas selbstverliebte, Grundstimmung des Albums auch sehr gut zum Ersteindruck, den die Band hinterlässt.
Und dann ist da ja auch noch Berlin. Einst eine Stadt pulsierenden Lebens, von der Politik die letzten Jahre gebeutelt und jetzt in einer Art Schwebezustand verharrend, hatte jene deutsche Hauptstadt, die kaum Schlaf zu kennen scheint, doch einen wesentlichen Einfluss auf die Musik von BLOODHYPE.

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Ob dieser Eindruck den diversen Zitaten aus der Hochphase der Wave- und Pop-Szene geschuldet ist?
Mag sein.
Aber lässt man die bandeigene Bestätigung dieser These mal außen vor, entsteht beim Hören von „Modern Eyes“ doch nach und nach der Eindruck, einem vertonten Trip durch die nächtlichen Feierlichkeiten einer beliebigen Großstadt beizuwohnen.

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Es beginnt mit tanzbarer Aufbruchsstimmung („On & On“), steigert sich auf hemmungslose Feierlaune hin („The Little Things“) und stürzt schließlich in eine Art Sinnkrise (u.a. „Modern Eyes“ oder die schwarzromantische Kurzballade „The Wire“) ab.
Schnell ist dann auch schon das Ende in Sicht, welches davon zeugt, dass letztendlich doch alles nicht so schlimm war und das Leben eigentlich genug Momente bietet, um zu tanzen und zu feiern. Dementsprechend leichtfüßig und von Freude durchtränkt wirkt das abschließende „Violent Heart“, in dem viel weniger emotionale Gewalt schlummert als der Titel zunächst vermuten lässt.

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FAZIT: BLOODHYPEs „Modern Eyes“ klingt ein bisschen wie ein vertonter Rosenkrieg mit dem eigenen Leben. Der Wille zu feiern ist stets präsent und die Musik wirkt nur allzu oft tanzbar und positiv aufgeweckt. Aber unter dieser Oberfläche schlummert doch ein resignierender Geist. Da passt der Drogenbezug im Bandnamen bestens ins Bild, denn das Potenzial zur Realitätsflucht liegt in beidem: Der Musik und der Substanz, wobei die Musik in diesem Fall die gesündere Option sein dürfte.

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Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.02.2023

Tracklist

  1. On & On
  2. The Troubadour
  3. Reason
  4. The Little Things
  5. Hate Candidate
  6. Drive
  7. Modern Eyes
  8. Delicate Creature
  9. Glamour
  10. The Wire
  11. Violent Heart

Besetzung

  • Bass

    Matthias Mueller

  • Gesang

    Elmar Weyland

  • Gitarre

    Elmar Weyland, Erik Laser

  • Keys

    Elmar Weyland, Erik Laser, Matthias Mueller

  • Schlagzeug

    Christopher Kohl

Sonstiges

  • Label

    Isbessa Musik

  • Spieldauer

    34:46

  • Erscheinungsdatum

    17.02.2023

© Musikreviews.de